Eigentlich standen die Namen der 3 zu Ehrenden bereits seit einem Jahr fest. Schon im Vorjahr hatte Landeshauptmann Arno Kompatscher der Landesregierung Reinhold Messner, Lilli Gruber und Joseph Zoderer als mögliche Ehrenzeichenträger vorgeschlagen – diesmal persönlich und nicht wie sonst üblich auf Vorschlag des beim Südtiroler Kulturinstitut angesiedelten Tiroler Landesinstitutes. Die Namen waren dann auch bereits per Beschluss abgesegnet und nach Innsbruck übermittelt worden. Da im Vorjahr die Verleihung der Ehrenzeichen des Landes Tirol aber coronabedingt ausfiel, wurde der Mantel des Schweigens über die Namen gelegt – zu Recht, wollte man doch nicht vorgreifen und den Betreffenden die Überraschung nehmen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="737294_image" /></div> <BR /><BR />Am Sonntag wird die Ehrung – sie erfolgt traditionell am Todestag von Andreas Hofer – nachgeholt. Mit <b>Reinhold Messner</b> ist in Innsbruck einer unter den zu Ehrenden, der bisher die Verleihung des Ehrenzeichens des Landes Tirol abgelehnt hatte. Der Extrembergsteiger, der als erster Mensch alle 8000er ohne zusätzlichen Sauerstoff bestiegen und auch sonst Alpingeschichte geschrieben hat, hatte in früherer Vergangenheit gegen die Politik in Südtirol klar Stellung bezogen, war mit seinen Aussagen immer wieder angeeckt. Von 1999 bis 2004 saß Messner selbst als Abgeordneter der Grünen im EU-Parlament. Inzwischen ist der 77-Jährige – nach Ötzi wohl der bekannteste Südtiroler – als Museumsmacher und auch weiter als Buchautor tätig.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="737297_image" /></div> <BR /><BR />Ebenfalls der schreibenden Zunft gehört der zweite Ehrenzeichenträger an. Mit seinen Romanen „Die Walsche“ und „Das Glück beim Händewaschen“ hat <b>Joseph Zoderer</b> 2 herausragende Werke der Südtiroler Literatur geschaffen. Der 87-Jährige zählt zu den bekanntesten Schriftstellern des Landes. 2007 hatte das Land sich sämtliche Schriftstücke des stets SVP-kritischen Autors gesichert und Joseph Zoderers literarischen Vorlass angekauft.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="737300_image" /></div> <BR /><BR />Ebenfalls weit über die Landesgrenzen hinaus zu Bekanntheit gebracht hat es <b>Lilli Gruber</b>. Die aus Neumarkt gebürtige Journalistin war über Jahre hinweg das Gesicht der italienweit meistverfolgten Nachrichtensendung des TG1. Wie Reinhold Messner saß auch sie 5 Jahre lang im Europaparlament: von 2004 bis 2009 als unabhängige Kandidatin für das Mitte-Links-Bündnis „L'Ulivo“, dem u.a. auch der post-kommunistische PDS angehörte. Danach kehrte die 64-Jährige wieder zum Journalismus und auf die TV-Bildschirme zurück. Erfolge feierte Gruber auch als Autorin. <BR /><BR />„Mit Reinhold Messner, Lilli Gruber und Joseph Zoderer werden 3 große Persönlichkeiten geehrt, die den Namen Südtirols weit über die Grenzen hinausgetragen haben“, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher. „Sie alle 3 haben durch ihre profunde journalistische, publizistische und literarische Arbeit über die Jahrzehnte zu einer Erhöhung des Bekanntheitsgrades unseres Landes, zu fruchtbarem kritischen Dialog und einem besseren Verständnis Südtirols beigetragen.“ Die Verleihung des Ehrenzeichens des Landes Tirol am Sonntag sei ein guter Anlass, ihren leidenschaftlichen Einsatz sowie ihr Wirken für vereinende Werte in den Vordergrund zu stellen und zu würdigen, so Kompatscher.