Freitag, 25. August 2017

Hohe Geburtenrate, aber immer weniger Großfamilien in Südtirol

Kontinuierlich steigende Einwohnerzahlen und tendenziell sinkende Geburtenraten bei einer konstant bleibenden Sterberate: Diese demographischen Daten für das Jahr 2016 gehen aus dem veröffentlichten Bericht des Landesinstituts für Statistik ASTAT hervor.

Südtirol hat die höchste Geburtenrate in Italien.
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Südtirol hat die höchste Geburtenrate in Italien. - Foto: © shutterstock

Wie auch in den vergangenen Jahren wurde in Südtirol ein Wachstumstrend der Einwohnerzahl verzeichnet: 2016 lebten hierzulande 524.256 Personen. Diese und weitere Daten zur Südtiroler Bevölkerung – von der hohen Rate unehelich geborener Kinder über das Geburtendefizit und bis hin zur hohen Sterberate in der Landeshauptstadt – veröffentlichte das ASTAT am Freitag.

Höchste Geburtenentwicklung im Wipptal

Mit rund 12 Lebendgeborenen je 1000 Einwohner weist das Wipptal die höchste Geburtenentwicklung auf. Nur Bozen und die Bezirkgsgemeinschaft Überetsch Unterland liegen unter dem Landesdurchschnitt von etwa 10 pro 1000 Geburten.

Mit 1,75 Kinder pro Frau weist Südtirol die höchste Geburtenrate auf dem Staatsgebiet auf. Der italienische Durchschnitt liegt bei rund 1,34 Kindern.

Fast die Hälfte unehelich geborene Kinder

Die Zahl der unehelich geborenen Kinder ist stark angestiegen. Während im Jahr 1966 nur rund sechs Prozent der Kinder außerehelich auf die Welt gekommen sind, waren es 2016 etwa 47 Prozent. Das ist der höchste Wert in Italien.

Dass Südtirol ein lebenswertes Land ist, zeigt sich an der Langlebigkeit der Bewohner. Männer werden durchschnittlich fast 81 Jahre alt und Frauen erreichen ein beachtliches Alter von beinahe 86 Jahren.

Daraus resultiert aber auch eine Alterung der Gesellschaft: Um die 42 Jahre, und somit vier Jahre höher als vor zwei Jahrzenten, beträgt das Durchschnittsalter Südtirols. Vor allem in Bozen und Meran sind die älteren Personen, sprich 65 Jahre und älter, in der Überzahl. Nur im Eisacktal überwiegt die jüngere Generation, das heißt Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren.

17 gleichgeschlechtliche Partnerschaften

Die Zahl der Eheschließungen nahm in den vergangenen Jahren ab: Waren es in den 1960er Jahren noch sieben bis acht Paare, die sich pro 1000 Einwohner getraut haben, so waren es 2016 nur mehr vier.

Im Jahr 2016 hat der Staat neue Formen des Zusammenlebens gesetzlich anerkannt, was dazu führte, dass im vergangenen Jahr 64 nichteheliche Lebensgemeinschaften und 17 gleichgeschlechtliche Partnerschaften standesamtlich eingetragen wurden.

Im Gegensatz zur Eheschließungsrate ist die Scheidungsrate im Steigen begriffen (STOL hat berichtet). 1980 gab es rund vier Scheidungen je 10.000 Einwohner, im Jahr 2016 beinahe 17.

Großfamilien schwinden

Auch hat sich mit etwa 2,4 Personen die Haushaltsgröße verändert. Die Tendenz geht hin zu immer kleineren Familienformen.

Aufgrund der steigenden Scheidungs- und Trennungsrate und dem veränderten Heiratsverhalten, werden immer mehr Einpersonenhaushalte und Teilfamilien registriert.

Anzahl von ausländischen Staatsbürgern steigt

Seit 1996 hat sich die Anzahl der ausländischen Staatsbürger in Südtirol verfünffacht: Das schlägt sich in der Zahl von 47.325 Menschen nieder. Das bedeutet ein Anteil von neun Prozent der gesamten Südtiroler Wohnbevölkerung.

Die meisten dieser Personen, rund ein Drittel, stammen aus EU-Mitgliedsstaaten. Fast ein Drittel kommt aus europäischen Ländern, die nicht Mitglieder der Europäischen Union sind. Circa 19 Prozent stammen aus Asien und um die 13 Prozent aus Afrika.

stol 

stol