Freitag, 27. März 2015

"Homo-Paare dürfen nicht mit Ehepartnern gleichgestellt werden"

Die Pläne zur Legalisierung von hetero- und homosexuellen Lebenspartnerschaften in Italien macht der italienischen Bischofskonferenz CEI Sorgen. Man dürfe Unterschiedliches nicht gleich bewerten.

Gegen eine Gleichstellung von Homosexuellen-Paaren spricht sich die italienische Bischofskonferenz aus.
Gegen eine Gleichstellung von Homosexuellen-Paaren spricht sich die italienische Bischofskonferenz aus. - Foto: © shutterstock

Dank einer Allianz zwischen der Demokratischen Partei (PD) um Premier Matteo Renzi und der oppositionellen Fünf Sterne-Bewegung wurde am Donnerstag in der Justizkommission des Senats ein Gesetzentwurf verabschiedet, der Homosexuellenpaaren, die eine rechtlich anerkannte Lebenspartnerschaft eingehen, dieselben Rechte und Pflichten eines heterosexuellen Ehepaares einräumt.

Neue Rechte für Homosexuellenpaare 

Beim Eingehen der Lebenspartnerschaft soll ein „Familiennamen“ unter jenen der beiden Personen gewählt werden, sieht der Entwurf vor.

Besonders umstritten ist der Artikel, demnach ein Lebenspartner das Kind des Lebensgefährten adoptieren kann. Homosexuellenpaare dürfen jedoch keine Kinder adoptieren, die nicht mit einem der beiden Partner verwandt sind. Die sogenannte „Stepchild Adoption“ gilt bereits in einigen EU-Ländern.

Heterosexuelle, oder homosexuelle Paare, die keine Lebenspartnerschaft eingehen wollen, haben jedenfalls das Recht, den Partner im Krankenhaus zu betreuen, oder dessen Mietvertrag zu übernehmen. 

Bischofskonferenz: Paare nicht zu vergleichen

Gegen diesen Text, der von der PD-Parlamentarierin Monica Cirinná verfasst wurde und als Grundlage für ein Gesetz zur Regelung der Lebenspartnerschaften dienen soll, stemmt sich die Regierungspartei NCD mit der Unterstützung des Episkopats.

„Man darf Situationen nicht mit dem selben Namen bezeichnen, die objektiv unterschiedlich sind, wie Lebenspartnerschaften und die auf der Ehe basierende Familie“, warnte CEI-Sekretär, Bischof Nunzio Galantino. Er appellierte an das Parlament, sich nicht von „Lobbys“ beeinflussen zu lassen.

„Es wird sonst eine Zeit kommen, in der Familien mit einem Vater, einer Mutter und Kindern sich ihrer Existenz entschuldigen werden müssen“, klagte Galantino.

Solidarisch mit dem Episkopat erklärte sich die Vizepräsidentin der Kommission für Sozialfragen der Abgeordnetenkammer, Eugenia Roccella: „Die individuellen Rechte der Homo-Paare müssen zwar anerkannt werden. Lebenspartnerschaften dürfen jedoch nicht mit der Ehe gleichgestellt werden“, so Roccella.

stol/mit

stol