Mittwoch, 08. Juli 2020

Horrorfund: Eliteeinheit entdeckt schallisolierten Foltercontainer

Die niederländische Polizei hat mehrere Container entdeckt, die zu einem Gefängnis mit einer Folterkammer umgebaut wurden. Insgesamt 7 Container seien von einer kriminellen Bande zu fürchterlichen Zwecken umfunktioniert worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag in Rotterdam mit.

Mitten im „Behandlungsraum“ steht ein Zahnarztstuhl auf dem die Entführten gefoltert werden sollten. - Foto: © Screenshot / Politie Landelijke Eenheid
Nach dem Fund von 7 Seecontainern, die zu Gefängnissen und einer Folterkammer umfunktioniert worden waren, sagt die Polizei, dass das Bild der Seecontainer eiskalt und sehr schockierend sei.

6 Personen waren den Angaben zufolge bereits vor 2 Wochen unter dem Verdacht der geplanten Entführung und Geiselnahme festgenommen worden. Die Polizei geht aktuell davon aus, dass die Container noch nicht genutzt worden waren.

6 Container und der „Behandlungsraum“

Die Container befanden sich in einer Lagerhalle im Ort Wouwse Plantage in der südlichen Provinz Brabant. 6 waren eingerichtet als Gefängniszellen, schallisoliert mit WC und Handschellen an Decken und Böden.

„Einen 7. Seecontainer nannten die Verdächtigen den 'Behandlungsraum', ganz offensichtlich gedacht und fertig eingerichtet, um Menschen zu foltern“, teilte die Staatsanwaltschaft mit. In dem Container waren ein Zahnarztsessel und zahlreiche Folter-Instrumente gefunden worden. Darunter Heckenscheren, Zangen und chirurgische Instrumente.

Die Kriminalpolizei war der Bande über das Abfangen von Telefon- und Chatgesprächen auf die Spur gekommen. Die Verdächtigen hatten nach Angaben der Polizei über das inzwischen geschlossene Netzwerk EncroChat unverblümt über Entführungen und Folterungen gechattet.

Der gesamte Polizeieinsatz wurde mitgefilmt:

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Entführungen in Polizeiuniform geplant

Erst vor wenigen Tagen hatte die europäische Justizbehörde Eurojust berichtet, dass die Polizei das Netzwerk geknackt habe und somit ein großer Schlag gegen die organisierte Kriminalität in Europa gelungen sei.

Offensichtlich wollte die Bande sich bei den Entführungen als Sonderkommando der Polizei ausgeben. Denn die Ermittler fanden zahlreiche Waffen, Polizeiuniformen, Stoppschilder, Blaulichter und kugelsichere Westen.

Die Polizei hatte die potenziellen Opfer gewarnt. Sie konnten rechtzeitig untertauchen. Die genauen Hintergründe der geplanten Entführungen blieben vorerst unklar. Die Polizei schließt einen Zusammenhang mit Drogenhandel und Erpressungen nicht aus.

apa/dpa/stol

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