Sonntag, 10. September 2017

Horrorfund in schottischem Waisenhaus: Massengrab entdeckt

Im Zuge von Ermittlungen rund um die angebliche Kindesmisshandlung in einem schottischen Waisenhaus wurde jetzt ein Massengrab entdeckt. Darin sollen sich laut Medienberichten die Leichname von mindestens 400 Kindern und Babies befinden.

Foto: © shutterstock

Das von Nonnen geführte Waisenhaus Smylllum Park in der schottischen Kleinstadt Lanark hatte 1864 seine Tore geöffnet. Bis zu seiner Schließung 1981 sollen rund 11.000 Waisenkinder hier gewohnt haben, berichtet die Online-Ausgabe der britischen Tageszeitung „Guardian“.

Aufgrund der hohen Kinder-Sterberate geriet das Waisenhaus ins Visier von Ermittlungen, die nun zum Fund eines anonymen Massengrabes führten: Nicht weniger als 400 Leichname von Kindern und Babies sollen in der Nähe eines nahegelegenen Friedhofs gefunden worden sein.

Natürliche und rätselhafte Todesfälle

Ersten Untersuchungen zufolge sollen die meisten der Kinder an natürlichen Ursachen wie etwa Lungenentzündung oder Tuberkulose gestorben sein. Etwa ein Drittel der Opfer seien jünger als 5 Jahre alt gewesen, die meisten seien in den Jahren zwischen 1870 und 1930 gestorben, schreibt der „Guardian“.

Bereits 2003 waren einige Leichname von Kindern nahe des Friedhofs entdeckt worden. Der katholische Frauenorden „The Daughters of Charity of St Vincent de Paul“, der das Waisenhaus führte, hatte 120 Todesfälle in seinen Büchern verzeichnet.

Zwei ehemalige Bewohner des Waisenhauses hatten diese Zahl jedoch stets bezweifelt. Sie glaubten daran, dass die wahre Zahl weitaus höher liegen müsse und berichteten von körperlichem Missbrauch und öffentlichen Demütigungen, unter denen die Kinder leiden mussten.

Schwestern geben kein Kommentar

Einer der dokumentierten Todesfälle berichtet von Waisenkind Francis McColl, der 1961 im Alter von 13 Jahren starb. Auf dem Totenschein wurde ein Hirnschlag als Todesursache angegeben. Sein Bruder Eddie hatte laut Berichten jedoch gehört, er sei mit einem Golfschläger am Kopf getroffen worden. Er hatte den Leichnam seines Bruders nie gefunden.

Die Schwestern des Orderns , der das Waisenhaus betreute, gaben an, keine Aufzeichnungen über Kindesmisshandlung gefunden zu haben. Sie gaben auch kein weiteres Kommentar zur Anzahl der Todesfälle ab.

stol

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