Im Fallen stürzte eine der beiden auf ein 9-jähriges Mädchen, das darunter mit seiner Mutter vorbeiging. Die 22-Jährige liegt mit schweren Verletzungen auf der Intensivstation des Trienter Krankenhauses Santa Chiara. Mittelschwer verletzt wurde hingegen die 18-Jährige, währenddem die 9-Jährige mit leichten Verletzungen davonkam. <BR /><BR />Das Karussell wurde beschlagnahmt. Staatsanwältin Maria Colpani koordiniert die Ermittlungen der Carabinieri. Gegen den Besitzer des Karussells wird wegen mutmaßlicher fahrlässiger schwerer Körperverletzung ermittelt. Mit einem technischen Gutachten soll die Ursache für den schweren Unfall in Borgo geklärt werden. <BR /><BR />In Borgo wurde am Sonntag der Kirchtag für San Prospero gefeiert, dem Schutzpatron der Gemeinde. Der Luna Park hatte zahlreiche Besucher angelockt. Zu den Attraktionen des Vergnügungsparks zählte auch ein Top- Spin-Fahrgeschäft. Benannt ist diese Vergnügungsattraktion nach der Schlagart Topspin beim Tennis. Die Gondel eines Top- Spin-Fahrgeschäfts ist bis zu 10 Meter breit und wird schnell auf- und abgeschwungen. Für gehörigen Nervenkitzel ist damit gesorgt. <h3> Plötzlich Schreie...</h3>Gegen 23 Uhr waren plötzlich Schreie zu hören. Eine 22-Jährige aus Castelnuovo und eine 18-Jährige aus Levico waren aus der Gondel geschleudert worden und etwa 5 Meter in die Tiefe gestürzt, wo sie hart aufschlugen. Die 18-Jährige soll beim Aufprall ein 9-Jähriges Mädchen getroffen haben, das ebenfalls verletzt wurde – aber nur leicht. <BR /><BR />Am schlimmsten erwischte es die 22-Jährige aus Castelnuovo: Sie musste intubiert und mit dem Notarzthubschrauber ins Krankenhaus von Santa Chiara geflogen werden. Dort liegt sie auf der Intensivstation. Die Ärzte enthielten sich der Prognose. Die junge Frau mit venezuelanischen Wurzeln soll Wirbelbrüche, Rippenbrüche, eine tiefe Wunde am Kopf und den Bruch beider Schultern erlitten haben. <BR /><BR />Die 18-Jährige aus Levico soll hingegen ein Nacken- und ein Handgelenkstrauma davongetragen haben. Ihre Heilungsdauer wurde mit 18 Tagen angegeben. Ihr älterer Bruder war mit auf dem Karussell gewesen – und unverletzt geblieben. Die Mutter der beiden berichtete gestern, dass bei ihrer Tochter nun so langsam die Erinnerung zurückkehre. <h3> Hat sich der Sicherheitsbügel gelöst?</h3>Ihre Kinder hätten erzählt, dass vor dem Start noch überprüft worden sei, ob alle Sicherungen passten. Dabei schien alles ok zu sein. Am Ende kam es dann aber ganz anders. Am glimpflichsten kam die 9-Jährige davon. Deren Heilungsdauer wurde mit 5 Tagen angegeben. Sie konnte das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Einen Schock haben auch der Betreiber des Fahrgeschäfts und seine Mutter erlitten; die beiden wurden ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert. <BR /><BR />Die genaue Unfallursache muss noch ermittelt werden. Als Hypothese steht im Raum, dass sich die Sicherungsbügel gelöst haben, welche die Schultern blockieren sollten. Auch eine zweite Sicherung auf der vorderen Seite könnte sich gelockert haben. <h3> Sicherheits-Anforderungen sehr hoch</h3>Dabei sind die Sicherheits-Anforderungen für die Betreiber von Luna-Park-Fahrgeschäften sehr hoch – gerade weil sich so viele Fahrgäste auf den Karussells, Achterbahnen, Riesenrädern usw. befinden. <BR /><BR />Laut Versicherungsexperte Gregor Stimpfl muss es bei Geräten für die Fahrgäste einen mehrfachen Schutz geben, sonst werde kein Versicherungsschutz gewährt. Ein Sicherheitsprotokoll müsse eingehalten werden. Das Personal müsse geschult sein. Und die Fahrgeschäfte müssten regelmäßig gewartet werden. <BR /><BR />Unfälle in Vergnügungsparks kommen immer wieder vor: So waren erst im Mai 9 Jugendliche in einem Luna Park in San Severo in Apulien verletzt worden, nachdem sie beim „Thrill Fall“ in die Tiefe gestürzt waren – wegen zweiter defekter Metallkabel. <h3> 2 Fragen an Gemeindenverbandschef Andreas Schatzer</h3><b>Kann bei Unfällen auf Luna Parks auch eine Gemeinde zur Verantwortung gezogen werden?</b><BR />Andreas Schatzer: Nein, wenn ich als Gemeinde keine Lizenz ausstelle, dann nicht. Die Gemeinde genehmigt nur die Besetzung des öffentlichen Grundes. Wenn beispielsweise ein Zelt aufgestellt wird oder bei Freilichttheatern eine Zuschauertribüne, dann verlange ich als Bürgermeister vom Betreiber oder dem Ansuchenden der Lizenz eine Bestätigung, dass diese Bühne oder dieses Zelt fachgerecht aufgestellt ist. So ähnlich muss es auch beim Luna Park sein. <BR /><BR />Nur weil einmal etwas passiert, kann man nicht die gesamte Branche verurteilen und deshalb eine Genehmigung nicht mehr ausstellen. Der Luna Park ist eine gewachsene, fast traditionelle Veranstaltung. Wie sinnvoll eine solche Veranstaltung ist oder nicht, sei einmal dahingestellt. Man muss natürlich die Sicherheitsvorschriften beachten. Aber ein Verbot wäre nicht der richtige Weg. Ich als Bürgermeister setze voraus, dass es passt, genauso wie wenn ich eine Tribüne für ein Freilichttheater oder für ein Konzert genehmige, oder ein Zelt. Wenn ein Sturm in ein Zelt hineinfahren würde, könnte ja auch etwas passieren. Als Bürgermeister muss ich davon ausgehen, dass die Struktur fachgerecht aufgestellt wurde, entsprechende Kollaudierungen hat und auch von Technikern abgenommen wird. Diese Strukturen müssen geprüft sein und standhalten und die Sicherheit muss gewährleistet sein. Wenn ich als Bürgermeister jedoch daran zweifle, ob ein Luna Park wirklich alle Standards einhält, dann tue ich gut daran, auch vielleicht einmal einen Luna Park nicht zu genehmigen. Wenn womöglich technisch nicht alles passt, dann muss man es effektiv infrage stellen.