Laut Verfügung seien die Vorbeugemaßnahmen im Sinne von Art. 292 der Strafprozessordnung nichtig, die Verdächtigen seien freizulassen. Art. 292 regelt, welchen Inhalt ein richterlicher Beschluss haben muss, mit dem eine Verwahrungsmaßnahme wie U-Haft oder Hausarrest angeordnet wird. Fehlen bestimmte Angaben, führt dies automatisch zur Nichtigkeit des Beschlusses. <BR /><BR />Vors Freiheitsgericht gezogen waren Rechtsanwalt Federico Fava, der sieben Verdächtige und einen weiteren gemeinsam mit seinem Kollegen Angelo Polo verteidigt, sowie Rechtsanwalt Domenico Rovito, der im Namen eines Mandanten Rekurs eingelegt hatte. Fünf der neun Verdächtigen saßen im Gefängnis in U-Haft, drei standen unter Hausarrest, und einer war mit Unterschriftspflicht belegt. Drei Männern wird zur Last gelegt, an Hotel-Einbrüchen teilgenommen zu haben, die sechs anderen werden bezichtigt, mit Drogen gehandelt zu haben. <BR /><BR />Wie Fava anführte, sehe das Gesetz ausdrücklich vor, dass der U-Richter in seinem Beschluss eine „eigenständige Bewertung der Beweislage und der Gründe für die vorbeugende Verwahrungshaft“ anführen müsse. Dies – so beklagte der Verteidiger – sei im Fall seiner Mandanten aber nicht passiert.<BR /><BR />Vielmehr decke sich der Großteil des Beschlusses mit dem Ermittlungsbericht der Carabinieri von Brixen. Die Indizienlage gegen die einzelnen Verdächtigen werde hingegen in nur wenigen Zeilen abgehandelt. Diese knappen Aussagen seien allgemein gehalten und beinhalteten keine eigenständige Bewertung, führte Fava ins Feld. <BR /><BR /> Auch habe die Verteidigung belegt, dass vier Verdächtige einen fixen Job und Wohnsitz haben. Es hätte auch hier eine eigenständige Begründung gebraucht, weshalb die Erfordernisse zur Vorbeugung nicht durch eine andere Maßnahme als U-Haft im Gefängnis erfüllt werden konnten, betonte der Verteidiger. <BR /><BR />Die detaillierte Begründung für die Entscheidung des Freiheitsgerichtes wird in 30 Tagen vorliegen. Die neun Verdächtigen können indes auf freiem Fuß auf den Beginn ihres Verfahrens warten. Es ist nicht auszuschließen, dass nun auch die Verteidiger der restlichen Beschuldigten das Freiheitsgericht anrufen könnten.