Montag, 27. Juli 2020

Hotel Masatsch bleibt endgültig geschlossen

Nach langer, eingehender Diskussion hat der Vorstand der Lebenshilfe am Freitag schweren Herzens einstimmig beschlossen, dass das Hotel Masatsch in Oberplanitzing, Kaltern nun endgültig geschlossen bleibt.

Jetzt ist es endgültig: Das Hotel Masatsch in Oberplanitzing, Kaltern, bleibt geschlossen.
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Jetzt ist es endgültig: Das Hotel Masatsch in Oberplanitzing, Kaltern, bleibt geschlossen. - Foto: © Lebenshilfe
Eine eingehende Zahlenanalyse mit Unterstützung der HGV-Unternehmensberatung habe gezeigt, dass auch bei geänderten Rahmenbedingungen eine kostendeckende Führung kaum erreichbar sei, schreibt die Lebenshilfe in einer Aussendung am Montag.

„Verschiedene Faktoren und Entwicklungen, die nichts mit den sozialen Zielsetzungen zu tun haben, sind für das Defizit verantwortlich. Diese Faktoren sind nur bedingt beeinflussbar, so dass ein Neustart mit hohen Risiken verbunden wäre, die den Gesamtverband Lebenshilfe in eine unüberwindbare Schieflage bringen würden“, wird die Entscheidung begründet.

Auch weil sich die Situation letzthin natürlich auch durch die tiefe Krise, die die Covid-19-Pandemie im Tourismusbereich ausgelöst hat, dramatisch verschärft habe.

Im Mai noch war versucht worden, das Vorzeigeprojekt der Lebenshilfe zu retten.




Die Lebenshilfe sei von der Landesverwaltung immer im Rahmen des Möglichen unterstützt worden, auch wenn das Problem der Abschreibungskosten für ein im Landesbesitz befindliches Gebäude nicht gelöst werden konnte.

„Trotz Schließung haben die vergangenen 12 Jahre gezeigt, dass gelebte Inklusion möglich ist“, betonte der Vorstand der Lebenshilfe.

Die Menschen mit Beeinträchtigungen, die im Hotel mitgearbeitet haben, konnten viele positive Arbeitserfahrungen sammeln und ein gleichberechtigtes Miteinander im Arbeitsalltag erleben. Das Projekt habe aber auch gezeigt, dass der Ausbau einer gezielten Arbeitsplatzbegleitung in Betrieben zielführender sei.

Dadurch könne mit weitaus verhältnismäßigeren Ressourcen eine höhere Anzahl an Menschen mit Beeinträchtigungen flexibler und personenzentrierter ihren Weg in die Arbeitswelt finden.

Die Lebenshilfe ist mit der Abteilung Soziales in Gespräch, um in diese Richtung neue Projekte aufzubauen. Ein erstes Projekt zur Verbesserung des Übergangs von der Schule in das Berufsleben ist bereits für Herbst 2020 geplant.

Abschließend bedankt sich die Lebenshilfe bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hotels, die zusammen mit dem Gesamtverband dieses Projekt für einen langen Zeitraum möglich gemacht haben.

Sie befinden sich derzeit in der Lohnausgleichskasse, die die Lebenshilfe bisher vorfinanziert hat und müssen nach dem Auslaufen des staatlichen Kündigungsschutzes aufgrund der Covid-19-Krise entlassen werden.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Beeinträchtigungen werden so lange von der Lebenshilfe pädagogisch begleitet, bis sich eine Perspektive für ihre weitere berufliche Zukunft ergibt oder sie von anderen sozialen Institutionen betreut werden“, schließt die Lebenshilfe.

liz