Donnerstag, 18. Juni 2020

Hotel-Personal: Ab Montag 20.000 zum Corona-Test

Südtirol will sicher in die Urlaubssaison starten. Ab Montag werden bis zu 20.000 Mitarbeiter und Unternehmerfamilien in der Hotellerie auf Covid-19 getestet, wie das Tagblatt „Dolomiten“ am Donnerstag berichtet. Die Schnelltests hat der HGV angekauft. Die Abwicklung erfolgt über das Weiße Kreuz auf Kosten des Landes.

Die Abwicklung der Tests erfolgt über das Weiße Kreuz  auf Kosten des Landes.
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Die Abwicklung der Tests erfolgt über das Weiße Kreuz auf Kosten des Landes. - Foto: © APA (Symbolbild/Fohringer) / HELMUT FOHRINGER
Vor 3 Wochen hatten sich Land und HGV darauf geeinigt, alle Mitarbeiter in Beherbergungsbetrieben zu testen. „Und jetzt ziehen wir es durch“, sagt HGV-Chef Manfred Pinzger. Derzeit laufen über die Tourismusbüros landesweit die Anmeldungen zu den Schnelltests.

Ab Montag starten die Tests im Burggrafenamt (Dorf Tirol, Schenna, Meran) und weiter durchs ganze Land. „Richtwert ist dabei, in welchen Gegenden die meisten Betriebe schon offen haben“, sagt IDM-Präsident Hansi Pichler. Insgesamt wurde Südtirol in 15 Test-Zonen eingeteilt.

Jeden Tag 20 Teams im Einsatz

Die Abwicklung erfolgt über das Weiße Kreuz. „Jeden Tag sind 20 Teams mit jeweils 2 Mitarbeitern im Einsatz“, berichtet Direktor Ivo Bonamico. Die Tests erfolgen in Stützpunkten des Weißen Kreuzes oder Vereinshäusern.

„Die Teilnahme am Test ist freiwillig. Bislang sind die Rückmeldungen bei der Anmeldung sehr positiv“, so Pichler. Man wisse aber nicht genau, wie viele Mitarbeiter derzeit in den Betrieben beschäftigt seien. „Derzeit fahren alle auf Sparflamme“, so Pichler.

Mit 200.000 Euro in Vorleistung

Angekauft wurden auf jeden Fall 20.0000 Schnelltests – und zwar vom HGV. „Dazu sind wir mit knapp 200.000 Euro in Vorleistung gegangen, denn wir mussten uns in 2 Stunden entscheiden, damit die Test-Kits rechtzeitig eintreffen“, so Manfred Pinzger. Man sei im Gespräch mit der Handelskammer über eine Mitfinanzierung. „Der Handelskammer-Ausschuss hat grundsätzlich beschlossen, Mittel für Tests an Mitarbeitern in Gastronomie, Tourismus und Handel bereitzustellen.“ Die Tests habe Dr. Patrick Franzoni, Vize-Einsatzleiter des Covid-Teams, vorab überprüft

Das Land übernimmt die Kosten für das Weiße Kreuz. „Es ist von allgemeinem Interesse, positive Fälle schnell aufzudecken“, so Landesrat Arnold Schuler. „Wir sind von Herdenimmunität weit entfernt. Umso wichtiger ist es, das Risiko zu minimieren, das Virus zu importieren“, so Landesrat Thomas Widmann. 30 Prozent der Mitarbeiter im Tourismus kämen aus anderen Ländern, weitere 30 Prozent aus anderen Regionen. 5 Wochen nach der ersten Schnelltest-Serie werden die Hotel-Mitarbeiter einem serologischen Test unterzogen.

Ähnliche Aktionen seien auch für andere Branchen wie z.B. den Handel denkbar. „Voraussetzung ist immer die enge Zusammenarbeit mit dem Sanitätsbetrieb, damit wir verwertbare Daten erhalten und keiner auf die Idee kommt, Tests auf Amazon zu kaufen“, sagt Schuler.

Wenig Tests an Urlaubern

„In Grenzen“ halten sich die vom Landeshauptmann angekündigten Tests an Urlaubern. „Einige Top-Betriebe mit Medical-Center wie jene von Heinrich Dorfer bieten sie an, aber sonst nur wenige“, sagt Pinzger. Für die Durchführung brauche es spezialisiertes Personal wie Ärzte, Pfleger oder Weißes Kreuz. „Das ist bei ständigen An- und Abreisen schwer zu organisieren. Anders als bei den Mitarbeitern sind wir hier sicher nicht flächendeckend unterwegs“, so Pinzger.



bv

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