Montag, 23. Januar 2017

Hotel Rigopiano: "Unsere Gäste haben Angst"

Es war ein Hilferuf, der leider nicht erhört wurde: Wenige Stunden, bevor das Hotel Rigopiano am 18. Jänner von einer Lawine erfasst wurde, hatte der Verwalter eine Email an die Behörden geschickt.

Wenige Stunden vor dem furchtbaren Lawinenunglück schickte der Hotelchef des Hotels Rigopiano einen Hilferuf an die Behörden. - Foto: Facebookaccount Hotel Rigopiano/Screenshot
Wenige Stunden vor dem furchtbaren Lawinenunglück schickte der Hotelchef des Hotels Rigopiano einen Hilferuf an die Behörden. - Foto: Facebookaccount Hotel Rigopiano/Screenshot

An jenem Mittwoch wurde die Situation im Vier-Sterne-Hotel immer aussichtsloser, wiederkehrende Erdbeben und starker Schneefall gefährdeten die Menschen im Hotel.

Wie die Nachrichtenagentur Ansa schreibt, habe der Direktor des Hotels beim Präfekten von Pescara, dem Präsidenten der Provinz, der Polizei und dem Bürgermeister von Farindola um Hilfe gebeten.

Straßen gesperrt, Telefonleitungen tot

Es seien 2 Meter Schnee gefallen und das Hotel habe 12 belegte Zimmer, dazu das Personal, schreibt der Direktor des Hotels in einer Email. Die Telefone seien ausgefallen. "Unsere Gäste haben Angst vor den Erdbeben und haben beschlossen, im Außenbereich zu bleiben."

Auch die Straßen seien gesperrt. Man habe zwar den Weg bis zur Staatsstraße freiräumen können, doch nun brauche man Hilfe, steht in der Email. 

11 Stunden später wurde das Hotel am Fuße des Gran-Sasso-Massivs verschüttet. 9 Menschen konnten lebend geborgen werden, bisher sind 6 Tote zu beklagen. 23 Menschen werden immer noch vermisst.

Lawine wog 120.000 Tonnen

Wie italienische Medien nun erklären, schätze man das Gesamtgewicht der Lawine, die das Hotel mitgerissen hat, auf rund 120.000 Tonnen. Das Hotel wurde folglich mit einer Wucht von 4000 Lkw getroffen.

Suche geht am Montag weiter

Am Montag haben die Suchmannschaften die Suche nach den 23 Vermissten wieder aufgenommen.

stol/liz

stol