Freitag, 27. Dezember 2019

Hotelpool-Unglück in Spanien: Opfer waren Nichtschwimmer

Die 3 Todesopfer des Hotelpool-Unglücks von Heiligabend in Spanien konnten nur sehr schlecht oder überhaupt nicht schwimmen. Das geht aus Aussagen von Familienangehörigen und einem Hotelangestellten hervor, die am Freitag von Medien veröffentlicht wurden.

In diesem Pool sind ein Vater und seine 2 Kinder, die allesamt Nichtschwimmer waren, ertrunken.
In diesem Pool sind ein Vater und seine 2 Kinder, die allesamt Nichtschwimmer waren, ertrunken. - Foto: © AP

Während ihres Urlaubs an der Costa del Sol waren ein Mädchen, sein großer Bruder und sein Vater am Dienstag im Pool eines Resorts in Mijas im Süden des Landes ertrunken. Nur die Mutter und ein drittes Kind der britisch-amerikanischen Familie, eine 14-Jährige, überlebten. Lange Zeit war spekuliert worden, eine defekte Pool-Pumpe könne die Tragödie verursacht haben.

Die 14-Jährige habe bei der Befragung durch die Polizei ausgesagt, die Opfer seien alle Nichtschwimmer gewesen, berichteten die Regionalzeitung „Sur“ und andere zuverlässige Medien unter Berufung auf Ermittlerkreise. Das habe später am Donnerstag auch die Mutter bestätigt, hieß es. Im Interview mit dem Fernsehsender Antena3 erklärte ein Hotelangestellter, der am Dienstagnachmittag nach den Hilfeschreien der Mutter als erster zu Hilfe geeilt war, die in Not geratenen Gäste „konnten allem Anschein nach nicht schwimmen“.

Unglücksursache wird noch ermittelt

Die Ursache des Unglücks sei noch nicht ermittelt worden, sagte unterdessen ein Polizeisprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Bei einer Überprüfung des Saugsystems sei kein Defekt entdeckt worden. Noch werde aber keine Möglichkeit ausgeschlossen.
Nach den Aussagen der 14-Jährigen rutschte die Kleine beim Spielen aus und geriet in den tiefen Bereich des Pools. Der ist gut 2 Meter tief, wie ein Hotelangestellter der dpa sagte. Daraufhin seien zunächst der Bruder (16) und kurz danach der Vater (53) ins Wasser gesprungen.

Alle 3 konnten nur tot geborgen werden. Der Vater und der Bruder waren beide etwa 1,90 Meter groß. „Aber wenn man nicht schwimmen kann und jemandem helfen möchte, ist es schon schwer, da rauszukommen“, sagte ein Polizeisprecher im Fernsehen. Der Vater war nach Medienberichten Pastor in einer christlichen Gemeinschaft in London, die ihren Ursprung in Nigeria hat. Die Familie hatte sich seit einigen Tagen in Mijas aufgehalten.

dpa