„Nur 38 Prozent der 14-jährigen Mädchen hat den vollständigen Impfzyklus durchgeführt, bei den Knaben waren es gar nur 25 Prozent“, sagt Dr. Martin Steinkasserer, Primar der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Bozen. 80 bis 90 Prozent aller Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit den Humanen Papillomviren (HPV). „Das HPV-Virus wird durch direkten Körperkontakt übertragen, vor allem sexuell, und kann in weiterer Folge bösartige Tumoren verursachen“, erklärt Dr. Martin Steinkasserer.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1157673_image" /></div> <BR />Das Kondom verringert zwar das Ansteckungsrisiko, der beste Schutz ist aber die HPV-Impfung. Sie wird hierzulande seit 2008 kostenlos angeboten, im Alter von 11 Jahren bekommen Mädchen und Jungs eine schriftliche Einladung. Dr. Steinkasserer appelliert dafür, diese anzunehmen. „Idealerweise verabreicht man die Impfung vor dem ersten Sexualkontakt. Sie senkt das Risiko von Gebärmutterhalskrebs, Peniskrebs oder Krebs im Rachenraum drastisch“, berichtet er. <BR /><BR /><embed id="dtext86-69611218_quote" /><BR /><BR />Hat man sich als Jugendlicher nicht impfen lassen, kann es auch im Erwachsenenalter noch Sinn machen. „Bereits infizierte Menschen können von der Impfung profitieren, weil es viele verschiedene Virustypen gibt. Der Impfstoff garantiert eine Immunisierung gegen den überwiegenden Teil der sogenannten Hochrisiko- HPV-Viren“, sagt der Experte.<h3> Trauriges Schlusslicht im Ranking</h3>Harald zur Hausen hat für die Entdeckung der Rolle des HPV-Virus bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs den Nobelpreis erhalten. „Das war ein Meilenstein in der Medizingeschichte“, so Dr. Steinkasserer. Hierzulande überwiegt die Skepsis: „Man kann davon ausgehen, dass in den letzten Jahren die Impfrate bei den Mädchen auf niedrigem Niveau stabil geblieben ist. Bei den Knaben liegt die Impfrate sogar noch niedriger“, erklärt der Gynäkologe. Damit gehöre Südtirol im Verhältnis zu den anderen Regionen in Italien zu den letztplatzierten auf dieser Rangliste. <BR /><BR /><embed id="dtext86-69611412_quote" /><BR /><BR />„Nur 38 Prozent der 14-jährigen Mädchen hat den vollständigen Impfzyklus durchgeführt, bei den Knaben waren es gar nur 25 Prozent. Da ist noch viel Luft nach oben.“ Mit einer neuen Kampagne in den sozialen Netzwerken könnte man versuchen, mehr Menschen zu erreichen. „Denn die Impfung ist ein wichtiger Schutz.“ Eine HPV-Impfung ersetze aber weder eine gynäkologische Untersuchung noch den Pap- oder HPV-Test. Zur Prävention gegen Gebärmutterhalskrebs sollte letzterer regelmäßig durchgeführt werden. „Anders als die Impfung wird der Test bei uns gut angenommen.“