Dienstag, 17. August 2021

Hunderte Afghanen mit nur einem einzigen Flugzeug evakuiert

Medienberichten zufolge hat die U.S. Air Force mit nur einer Transportmaschine 640 Afghanen evakuiert. Panisch waren die Menschen ins Flugzeug gestürmt. Sie alle fürchten sich vor einer erneuten Terrorherrschaft der Taliban – die Crew entschied sich trotzdem zum Start. Die erste deutsche Maschine transportierte hingegen nur 7 Passagiere, obwohl bis zu 150 Menschen mit ihr transportiert werden könnten.

Vor lauter Menschen ist der Boden der Maschine nicht mehr zu sehen.
Vor lauter Menschen ist der Boden der Maschine nicht mehr zu sehen. - Foto: © Marcus Weisgerber/Twitter
Nach der Machtübernahme der Taliban gingen am Montag die chaotischen Szenen vom Kabuler Flughafen um die Welt. Darunter befanden sich Aufnahmen von Afghanen, die sich an einem startenden Flugzeug der U.S. Air Force festklammern. Mehrere Menschen kamen nach bisherigem Stand ums Leben.

Auch im Innenraum eines solchen Flugzeuges herrschten dramatische Zustände. Die Internetseite Defence One veröffentlichte am Montag ein Foto des vollgepackten Innenraums der Transportmaschine vom Typ C-17, in dem die Afghanen auf dem Boden sitzen. 640 Personen befanden sich im Flugzeug, das eigentlich nur für maximal 134 Personen zugelassen ist.



Diese Aufnahmen zeigen die blanke Verzweiflung vieler Menschen am Flughafen von Kabul nach der Machtübernahme der Taliban. Sie wollen fliehen und riskieren dafür ihr Leben:

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen



Erste deutsche Bundeswehrmaschine transportiert nur 7 Passagiere

Wegen der gefährlichen Lage am Flughafen Kabul konnte die erste Evakuierungs-Maschine der Bundeswehr am Montag nur 7 Menschen aus der afghanischen Hauptstadt ausfliegen. „Aufgrund der chaotischen Umstände am Flughafen und regelmäßiger Schusswechsel am Zugangspunkt war gestern Nacht nicht gewährleistet, dass weitere deutsche Staatsangehörige und andere zu evakuierende Personen ohne Schutz der Bundeswehr überhaupt Zugang zum Flughafen erhalten würden“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Dienstag zur Begründung.

Der Airbus A400M ist offiziell für 114 Passagiere ausgelegt. Es heißt aber, dass während der Evakuierungsaktion bis zu 150 Menschen mit ihm transportiert werden könnten. Bei den Ausgeflogenen handelt es sich um 5 Deutsche, eine Person aus einem anderen europäischen Land und eine afghanische Ortskraft, die für die Bundeswehr oder ein Bundesministerium tätig war oder ist.

Mehr Menschen konnten die Maschine auf dem Rollfeld nicht erreichen. Ein Zugang von Personen, die sich am zivilen Teil des Flughafens aufgehalten hätten, sei „von den Partnern, die die Sicherheitsverantwortung am Flughafen ausüben, nicht ermöglicht“ worden, erklärte der Sprecher weiter. Das Flugzeug habe den Flughafen außerdem nach kurzer Zeit wieder verlassen müssen.

„Aufgrund der gerade abends und nachts äußerst gefährlichen Lage auf den Zufahrtswegen zum Flughafen wäre es ein untragbares Risiko für Leib und Leben der Menschen vor Ort gewesen, die zu Evakuierenden vor Erteilung der Landeerlaubnis und vor Sicherung des Zugangs durch Bundeswehrkräfte aufzurufen, sich zum Flughafen zu begeben.“

stol