Beim Betreten des Geschäfts in der Vintlergalerie ertönt ein Glockengeräusch. Im nächsten Moment kommt einem bereits Sonia Wojnar entgegen, die vor etwas mehr als 63 Jahren, am 1. Juli 1963, als damals 14-Jährige anfing, im Geschäft ihres Vaters zu arbeiten. Dieser hatte Elektro Telelux im Jahr 1956 eröffnet und bereits damals Haushaltsgeräte verkauft – vorwiegend Näh- und Strickmaschinen.<BR /><BR />„Der Laden befand sich zunächst in der Raingasse, später in der Weintraubengasse, ehe wir in die Vintlergalerie umgezogen sind. Dort fand die Eröffnungsfeier am 22. Mai 1993 statt“, erzählt Wojnar im Gespräch mit uns.<h3> Zwei Schicksalsschläge, aber kein Aufgeben</h3>Während zunächst vorwiegend Elektrogeräte verkauft wurden, waren ab 1993 auch verschiedene Haushaltsartikel im Geschäft zu finden. 2007 erlebte Sonia Wojnar den ersten Schicksalsschlag, als ihr Vater Helmuth, der Gründer von Elektro Telelux, verstarb. „Ich beschloss damals, das Geschäft weiterzuführen“, erklärt sie.<BR /><BR />Während in früheren Jahren bis zu zehn Angestellte im Geschäft tätig waren, betrieb Wojnar den Laden zuletzt mit ihrem Mann, bis auch dieser im Jahr 2023 starb. „Seitdem bin ich einsam und allein“, scherzt die 76-Jährige. Einen Lehrling im Geschäft anzustellen, sei für sie zu teuer. „Das Alleinsein hat aber auch seine Vorteile: Ich muss mit niemandem mehr streiten“, meint Wojnar augenzwinkernd.<h3> „Jeder Tag ist spannend“</h3>Mit den Kunden zu arbeiten, bereite ihr nach wie vor eine große Freude. „Jeder Tag bleibt spannend. Es ist ganz unterschiedlich, welche Produkte sich am besten verkaufen. Mal verkaufe ich drei Föhne an einem Tag, und dann einen ganzen Monat lang gar keine mehr“, meint die lebensfrohe Geschäftsinhaberin.<BR /><BR />Wie viele andere kleine Geschäfte spüre auch Elektro Telelux den stetigen Wachstum des Online-Handels und dessen Auswirkungen. „Während der Corona-Pandemie durften die Menschen nicht mehr aus dem Haus, weshalb sie zum Online-Shoppen übergingen. Das ist vielen Leuten leider geblieben“, unterstreicht Wojnar.<h3> Hohe Mietpreis für Geschäfte sind „ein Problem“</h3>Manche würden ins Geschäft kommen, um sich beraten zu lassen, den Artikel dann aber doch online bestellen, weil er dort billiger sei. „Meine größte Genugtuung ist, wenn die Menschen anschließend zu mir ins Geschäft kommen und fragen, ob ich den defekten Radio reparieren kann, den sie online bestellt haben“, sagt Wojnar.<BR /><BR />Ein weiteres großes Problem seien die hohen Mietpreise für Geschäfte in Bozen. „Kein Wunder, dass viele Lokale in den städtischen Galerien deshalb leerstehen“, betont Wojnar. Man müsse endlich die Preise senken. „Ich bin überzeugt, dass dann wieder mehr Leben einziehen würde in die Galerien“, erklärt die Inhaberin von Elektro Telelux. Solange es die Gesundheit zulässt, möchte die 76-Jährige weitermachen. „Ich bin hier, weil es daheim zu langweilig ist“, meint Wojnar lachend.