Inspiriert hat Pfarrer Edmund Ungerer die Krippentradition im Oberpustertal, die er als Kooperator kennen gelernt hat. 1995 entstand seine erste schlichte Krippe.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1107996_image" /></div> 18 Jahre lang, von 1998 bis 2016, baute Edmund Ungerer an seiner 2,1 Meter langen, 1,65 Meter breiten und 2,4 Meter hohen Weihnachtskrippe, die von vorne und auf der rechten Seite ihre Geschichten erzählt. Das Erscheinungsbild lehnt sich stark an Ungerers Heimatdorf Laurein an. So finden sich in der 3,5 Quadratmeter großen Krippe auf 3 verschiedenen Höhen die Pfarrkirche von Laurein wieder, das Elternhaus, das Heimathaus des Vaters, eine Höfegruppe unterhalb von Laurein, aber auch St. Romedius im Trentino und die Gampenpassstraße. Das Ölbild hinter der Krippe, eine Ansicht von Laurein, malte Edmund Ungerer 2001/02.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1107999_image" /></div> <BR />Die 686 Figuren mit einer Größe von einem bis 12 Zentimeter hat der Pfarrer in einem Zeitraum von 29 Jahren gesammelt. Jede Figur ist beschriftet und erzählt, aus welchem Jahr sie stammt, was sie gekostet hat, falls sie von Ungerer gekauft wurde, oder wer sie ihm geschenkt hat. „An den Figuren sieht man auch die Entwicklung“, schildert Edmund Ungerer. „Die älteren Figuren haben eine Bodenplatte, die jüngeren nicht mehr.“ 5 Stunden dauert das Aufstellen der Figuren, das schafft er nur auf 2 Tage verteilt. „Es braucht viel Fingerspitzengefühl und immer wieder eine Pinzette“, sagt der Pfarrer.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1108002_image" /></div> <BR />Styroduro, Holz, Sperrholzplatten, Fiberglas, Sandstein, Kupferteile, Zahnstocher, Moos, Heu, Stroh, und kleine Zweige von Büschen gehören zu den vielen verschiedenen Materialien, die Pfarrer Ungerer verwendet hat.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1108005_image" /></div> Bereits vor Beginn der Adventszeit stellt Edmund Ungerer die Krippe auf; in der ersten Adventswoche wird sie mit den Figuren ausgestattet. Jedes der 20 Bauteile ist detailverliebt und durchdacht konstruiert. Alle Häuser sind tatsächlich bewohnt, man kann die Menschen beim Wohnen beobachten. Im nachgebauten Elternhaus gibt es die Tischlerwerkstatt des Vaters. Vor dem Haus suchen die Hühner, wie früher jene von Ungerers Mutter, nach Würmern.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1108008_image" /></div> <BR />Alle Häuser sind innen beleuchtet. Über den Eingangstüren gibt es Laternen aus Kopfschrauben. Die Kirche ist mit einem Hochaltar ausgestattet. Im Glockenstuhl hängen Glocken, die nur mit größter Mühe und Pinzette aufzuhängen waren, wie Ungerer berichtet. Die Kirche ist bis auf dem letzten Platz mit Gläubigen gefüllt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1108011_image" /></div> Jeder einzelne Wasserlauf wird von einer Pumpe angetrieben, die destilliertes Wasser zirkulieren lässt. Es gibt ein Bächlein, einen Brunnen und eine Mühle, deren Mühlrad von Wasser angetrieben wird. Das sei eine lange Tüftelei gewesen, bis das richtig funktioniert habe und 100 Prozent dicht gewesen sei, schildert Edmund Ungerer. Überhaupt habe er beim Tüfteln viele Rückschläge hinnehmen müssen, bis alles so funktionierte, wie er sich das vorgestellt habe, gesteht der Pfarrer.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1108014_image" /></div> „Ich habe in den 18 Jahren immer im Advent von 20 Uhr bis 2 Uhr nachts gebaut, als Vorbereitung auf das Weihnachtsgeschehen“, erzählt Ungerer. Angefangen hat er mit der Heiligen Familie als Kooperator in Schlanders. Seit 2002 ist er Pfarrer von Dorf Tirol. „Wir haben zu Weihnachten eine Hausandacht im Widum; nach der Weihnachtsgeschichte wird das Jesukind in die Krippe gelegt.“ <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1108017_image" /></div> Die Weihnachtskrippe bleibt bis zum Nachmittag des 5. Jänner unverändert, dann wird sie umgebaut. Die Weisen aus dem Morgenland stehen dann vor der Heiligen Familie: Dafür muss Pfarrer Ungerer Platz schaffen. „Wenn die Weihnachtszeit zu Ende ist, dann ändert sich der Lichteinfall und es ist gut, wenn die Krippe aus dem Blick rückt“, zeigt sich der Pfarrer pragmatisch. Das Abtragen dauert 3 Tage. „Ich freue mich jedes Jahr wieder, wenn ich die Krippe aufstellen kann, meint Edmund Ungerer begeistert.