Freitag, 23. Oktober 2015

"Ich habe den Papst niemals behandelt"

Der japanischen Arzt Takanori Fukushima, der laut Angaben der italienischen Tageszeitung „Quotidiano Nazionale“ einen gutartigen Gehirntumor beim Papst festgestellt haben soll, hat bekräftigt, dass er den Heiligen Vater nicht behandelt hat. „Es sind viele Lügen geschrieben worden. Ich habe den Papst niemals behandelt“, sagte der 73-Jährige laut der Nachrichtenagentur ANSA.

Der japanische Arzt Takanori Fukushima begegnete Papst Franziskus anlässlich einer Generalaudienz 2014.
Der japanische Arzt Takanori Fukushima begegnete Papst Franziskus anlässlich einer Generalaudienz 2014. - Foto: © LaPresse

„Ich habe den Papst ein einziges Mal getroffen. Ich glaube nicht, dass er sich an mich erinnert“, sagte Fukushima aus seiner Wohnung in Raleigh im US-Staat North Carolina.

Der Hirnspezialist geriet am Mittwoch weltweit in die Schlagzeilen, nachdem „Quotidiano Nazionale“ geschrieben hatte, Papst Franziskus habe ihn wegen eines angeblichen Gehirntumors konsultiert. Der Bericht wurde vom Vatikan entschieden dementiert.

Der Hirnspezialist sei zwar in den vergangenen Monaten zwei Mal im Vatikan gewesen, aber nicht auf beruflichen Gründen. Dies berichtete der italienische Neurochirurg Gaetano Liberti, ein Mitarbeiter Fukushimas. „Ich bestätige, dass Fukushima im Vatikan den Papst getroffen hat, aber nicht aus medizinischen Gründen“, betonte Liberti nach Angaben italienischer Medien. Seit 25 Jahren arbeite er mit dem international renommierten Neurochirurgen zusammen.

Auch die Klinik San Rossore in der Toskana dementierte das vermeintliche Privattreffen zwischen dem Papst und Fukushima.

Der Arzt selbst hatte vor einigen Monaten in seinem persönlichen Blog Fotos aus dem Vatikan veröffentlicht. Sie zeigen ihn gemeinsam mit Papst Franziskus im vergangenen Jahr. Die Fotos entstanden laut italienischen Medienberichten bei einer Generalaudienz. Nach dem Eklat um die Berichte über die Gesundheit des Papstes wurden die Bilder von der Webseite entfernt.

Der Chefredakteur von „Quotidiano Nazionale“, Andrea Cangini, beharrte indes auf dem Bericht, nach dem Fukushima den Papst behandelt habe. „Alles was wir geschrieben haben, ist genau geprüft worden. Die These, dass unser Bericht Teil einer Verschwörung gegen den Papst sei, ist einfach grotesk. Wir haben keinerlei Absicht, interne Kriege im Vatikan zu unterstützen“, so Cangini.

apa

stol