Gegründet wurde der Verein vor 46 Jahren, und zwar am 14. Juni 1978, auf Initiative des unvergessenen Don Giancarlo Bertagnolli, der sich vor allem um die Unterstützung von jungen Menschen in schwierigen Situationen und mit Suchtproblemen kümmerte. <BR /><BR />Im Laufe der Zeit sind weitere Bereiche hinzugekommen, beispielsweise Hilfe für Frauen, für Opfer von Menschenhandel und Ausbeutung, aber auch die Integrationsarbeit in Schulen zur Unterstützung von Bildungsbedürftigen. Wir haben uns mit dem Bozner Verdienstkreuzträger Paolo Spolaore getroffen, um Näheres über die Verleihung und die Arbeit von „La Strada – Der Weg“ zu erfahren.<BR /><BR /><b>Herr Spolaore, herzlichen Glückwunsch zu dieser Ehrung. Wie und wann haben Sie von der Verleihung erfahren?</b><BR />Paolo Spalaore: Ich habe Anfang Juli ein Schreiben von Landeshauptmann Arno Kompatscher erhalten, aber ohne nähere Angaben. Die Einladung vom Land Tirol hingegen ist erst viel später bei mir eingetroffen.<BR /><BR /><b>Waren Sie überrascht?</b><BR />Spolaore: Irgendwie hatte ich zwar etwas geahnt, war aber letztlich schon ziemlich überrascht, diese Auszeichnung jetzt zu erhalten. Ehrlich gesagt hätte ich sie, wenn überhaupt, viel später erwartet, denn es gibt ja so viele Menschen im Lande, die sich für soziale Belange einsetzen und sich somit dieses Verdienstkreuz auch verdienen würden.<BR /><BR /><b>Was bedeutet dieses Verdienstkreuz jetzt für Sie und was verbinden Sie damit?</b><BR />Spolaore: Ich widme es in erster Linie meinem lieben Freund und Weggefährten bei „La Strada – Der Weg“, Don Giancarlo Bertagnolli. Er war es letztlich, der mich bewogen hat, diesem Verein seit seiner Gründung beizutreten, dem ich bis heute treu geblieben bin. Durch die Verleihung des Verdienstkreuzes fühle ich mich zwar geehrt, und ich empfinde eine große Genugtuung und Dankbarkeit, wiederhole aber, dass viele andere in unserem Lande durch ihren großartigen Einsatz für Schwache auch zum Zuge kommen sollten. <BR /><BR /><b>Sie sind ja von Beginn an bei „La Strada – Der Weg“ dabei, zuerst als Mitglied des Verwaltungsrates, als Vizepräsident und viele Jahre auch als Präsident. Was hat sich in dieser langen Zeit getan und verändert?</b><BR />Spolaore: Es hat sich sehr viel geändert. Wir sind in diesen nahezu 5 Jahrzehnten stark gewachsen, auch bedingt durch die veränderten Bedürfnisse der Bevölkerung und die Zuwanderung. All dies forderte von den Angestellten und den Freiwilligen ein hohes Maß an Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Neue Bereiche wie zum Beispiel die Jugendzentren, das Projekt Streetwork und die Unterstützung von Frauen in Problemsituationen, sind entstanden. Wir haben aber auch betreute Wohn- und Tagesstätten in Bozen, Meran, Bruneck, Eppan und Kohlern eröffnet. Gleichzeitig wurde das Studienzentrum, das über die vergangenen Jahre an Bedeutung gewonnen hat, neu organisiert. Mittlerweile ist es zu einer wichtigen Ressource im kulturellen und erzieherischen Bereich, aber auch für die eigene Organisation geworden.<BR /><BR /><b>Wie schaut es heute aus, was läuft gut und was weniger?</b><BR />Spolaore: Wir sind durch die stattliche Größe schon eine komplexe Organisation geworden. Wenn man bedenkt, dass insgesamt etwa 300 Festangestellte landesweit tätig sind, zusätzlich mehr als 200 ehrenamtliche Mitarbeiter, etwa 50 Zivildiener und mehrere Praktikanten bei „La Strada – Der Weg“ arbeiten, kann man ermessen, was so alles abläuft und was im privaten Sozialwesen geleistet wird. Im Jahr 2023 sind in Südtirol 6751 Personen von unserer Organisation betreut worden. Wir sind gut strukturiert, in der Gesellschaft eingebunden und akzeptiert; wo es vielleicht Nachholbedarf gibt, ist die Suche nach den Brennpunkten, das heißt, wir bemühen uns um Präventionsarbeit, die nicht immer so leicht ausfindig zu machen ist.<BR /><BR /><b>Interview: Karl Psenner</b>