Marie Müller leidet seit 4 Jahrzehnten an Depressionen. „Von der Depression zum Suizid ist es nur ein kleiner Schritt“, sagt sie. Es gab eine Zeit, da war es besonders schlimm: „Jeden Tag am Morgen musste ich mir vornehmen: Heute lebe ich“, erinnert sie sich. <BR /><BR /><embed id="dtext86-66470164_quote" /><BR /><BR />„Heute tue ich mir nichts an. Weiter habe ich nicht gedacht, denn dazu fehlte mir die Kraft.“ Jeden Tag diese Entscheidung zu treffen, habe ihr sehr geholfen, blickt sie zurück. „Man muss sich ganz kleine Schritte vornehmen“, sagt sie.<h3> Keine Lebensfreude mehr empfunden</h3> Mehr als einmal in ihrem Leben befand sie sich in einer solchen Situation. Einer Situation, die so belastend war, dass sie keine Lebensfreude mehr spürte. Zum Beispiel als sie sich um die Pflege eines Angehörigen kümmern musste. Sie war ganz allein. Sie sah keinen anderen Ausweg mehr. <BR /><BR /><embed id="dtext86-66470165_quote" /><BR /><BR />„Ich wusste, wie ich meinem Leben ein Ende setze. Ich habe alles geplant.“ Als ihr das bewusst geworden sei – wie nah sie an der Umsetzung des Vorhabens stand – erschrak sie. „Ich muss mir jetzt Hilfe holen“, dachte sie sich. Es war dann stets der Hausarzt gewesen, der sie oft schon mit wenigen Sätzen „zur Vernunft“ brachte oder das Zentrum für psychische Gesundheit alarmierte. <BR /><BR /><embed id="dtext86-66470166_quote" /><BR /><BR />„Allein wäre ich da nicht mehr herausgekommen“, ist sie überzeugt. Die Ärzte halfen ihr, sie machte eine Psychotherapie. Sie organisierten auch eine Kurzzeitpflege für den Angehörigen, entlasteten sie. „Sie fanden eine Lösung für die Zukunft für mich.“ <BR /><BR />„Als es mir früher schlecht ging, hätte ich mir oft eine Anlaufstelle gewünscht, an die ich mich jederzeit hätte wenden können. Tag und Nacht. Jetzt gibt es ein Krisentelefon, das 24 Stunden besetzt ist. Ohne bürokratischen Aufwand kann man dort anrufen. Ich bin sehr froh, dass sie das eingeführt haben“, schließt Müller. <h3> Sie sind da: Ansprechpartner in belastenden Lebenssituationen</h3><div class="img-embed"><embed id="1070868_image" /></div> In einer Krisensituation</TD><TD>kann man sich kostenlos an folgende Anlaufstellen wenden: Notrufnummer <Fett>112,</Fett> Psychologisches Krisentelefon (rund um die Uhr) <Fett>800 101 800</Fett>, Telefonseelsorge Caritas (rund um die Uhr) <Fett>0471/05 20 52 </Fett>und Young & direct Jugendtelefon (Bürozeiten) <Fett>0471/15 51 551</Fett>.<h3> Psychische Erste Hilfe kann man lernen</h3><div class="img-embed"><embed id="1070871_image" /></div> <BR />Südtirol hat eine großartige Leistung vollbracht. V<b>on 1990 bis 2023 ist die Suizidrate von 20,1 auf 8,9 Opfer pro Jahr pro 100.000 Einwohner gesunken.</b> Dieser Rückgang konnte nur gelingen, weil Fachleute und die Südtiroler Bevölkerung seit langem sehr aufmerksam darauf achten, dass schwere psychische Krankheiten und seelische Krisen möglichst nicht tödlich enden. „Das ist die Leistung eines funktionierenden Netzwerks der Humanität“, sagt Dr. Roger Pycha, Primar der Psychiatrie in Brixen. Es wird weiter daran gearbeitet, die Suizidrate zu verringern. Von der European Alliance Against Depression wurde aus diesem Grund ein Algorithmus entwickelt, genannt Brief Anti-Suicidal Intervention (BASI). Es handelt sich um 3 Fragen und Maßnahmen, welche dabei helfen sollen, Suizidversuche zu stoppen. Diese Art von Erste Hilfe kann von jedem unternommen werden, ist leicht zu lernen und kann von großen Nutzen sein.<BR /><BR />Alle wichtigen Telefonnummern der Anlaufstellen und Notfalldienste finden Sie auf der Webseite „Du bist nicht alleine“ – <a href="https://www.dubistnichtallein.it/kontakt" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">hier klicken, um auf die Seite zu kommen.</a>