Montag, 2. Mai 2022

„Ich soll mich nicht so aufführen, das sind doch nur ein paar Schafe“

Seit 30 Jahren schon besitzt er Schafe. „Das ist ein Hobby von mir“. Doch so langsam ist er nicht mehr sicher, ob er sich das noch antun soll, sagt Karl Messner aus Pfitsch. „Wir Tierhalter fühlen uns den Wölfen ausgeliefert.“ Erst vor wenigen Tagen wurden 13 seiner 39 Schafe gerissen.

Grausam mussten 13 Schafe von Karl Messner verenden. - Foto: © Karl Messner

Karl Messner ist berufstätig. „Die Schafe habe ich nur als Hobby“, sagt er. Seit 30 Jahren frönt er diesem Hobby. „Gleichzeitig kann ich damit auch etwas Gutes tun“, sagt er: „Die Landschaft pflegen, da sonst alles zuwachsen würde.“

Foto: © Karl Messner



Doch mittlerweile denkt er, wie viele andere Schafbauern im Land, ans Aufgeben: 39 Schafe hat der Pfitscher vor wenigen Tagen auf eine Weide nach Franzensfeste gebracht. Nach nur 2 Tagen haben Raubtiere – Wölfe oder Goldschakale – seine Herde um 13 Tiere dezimiert.
5 Schafe und Lämmer wurden totgebissen, weitere 3 mussten notgeschlachtet werden, 5 Schafe wurden versprengt und sind wohl abgestürzt.

„Und das alles ist passiert, obwohl ich auf einer Fläche von 3 Hektar einen eineinhalb Meter hohen Wildzaun aufgestellt habe“, so Messner. „Dieser Zaun konnte die Raubtiere nicht abhalten.“

Foto: © Karl Messner



Am meisten hätten ihn aber die Kommentare einiger Beamter vor Ort gestört, sagt er: „Ich solle mich nicht so aufführen, es seien doch nur ein paar Schafe.“ Diese Arroganz sei unerträglich, so Messner.

Ihm bleibt nun nichts anderes übrig, als die Tiere wieder in den Stall zu bringen. Eine ständige Behirtung könne er sich nicht leisten.

Foto: © Karl Messner



„Der Tierhalter fühlt sich den Wölfen ausgeliefert“, so Messner. Den Behörden wirft er vor, Wolfsangriffe zu bagatellisieren. „Schafzüchter sind in Südtirol offenbar nicht erwünscht.“

„Politiker sagen zwar immer wieder, wie wichtig die Berg- und Almwirtschaft ist, doch um diese zu erhalten, wird äußerst wenig getan“, so der Pfitscher.

sor

Alle Meldungen zu:

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden