Sonntag, 17. Januar 2016

"Ich verstehe die ganze Aufregung nicht"

Der Ausflug einiger Asylantragsteller zum Skigebiet Ladurns sorgte am Sonntag für einiges Aufsehen. August Seidner, Leiter der Skischule Gossensaß, hat dafür nur ein Kopfschütteln übrig. Man habe lediglich einigen Flüchtlingen ermöglicht, eine Erfahrung auf Skiern zu machen.

Einige Flüchtlinge hatten am Samstag die Möglichkeit an der Talstation Laduns Skier zu probieren. - Foto: Michael Tschöll
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Einige Flüchtlinge hatten am Samstag die Möglichkeit an der Talstation Laduns Skier zu probieren. - Foto: Michael Tschöll

"Ich weiß nicht, warum das so hochgekocht wird", sagt August Seidner auf Anfrage von STOL. Denn im Grunde habe die Skischule Gossensaß nichts weiter gemacht. Wohl aber hätten sich Mitarbeiter ehrenamtlich engagiert. 

Fakt ist: Am Samstag hatten sich 14 Flüchtlinge an der Talstation des Skigebietes Ladurns eingefunden. "Und dort sind sie für einige Zeit auf den Skiern herumgerutscht", so Seidner. Sprich: Die Flüchtlinge hätten zum ersten Mal in ihrem Leben mit Skiern an den Füßen einen Ausflug auf Schnee gewagt. 

Ausflug des Aufnahmezentrums in Wiesen/Pfitsch

Die jungen, afrikanischen Männer, um die es geht, sind im Aufnahmezentrum in Wiesen/Pfitsch untergebracht. "Deren Leiterin ist mit einer unserer Skilehrerinnen befreundet - und so kam die Aktion zustande", erklärt der Skischulleiter. 

Skier und restliches Material sind von Privaten zur Verfügung gestellt worden. Und dann konnte die Sache auch schon losgehen. "Ich war auch dabei - und die Männer haben sich schon die ganze Woche vorher darauf gefreut", sagt Skilehrer und Caritas-Freiwilliger Michael Tschöll.

Aktion war freiwillig und kostenlos

Am Kinderhang habe man auf freiwilliger und kostenloser Basis den Flüchtlingen gezeigt, wie Wintersport praktiziert werde. "Zum Schluss haben uns die Asylantragsteller sogar noch von ihrem Taschengeld einen Tee ausgegeben", berichtet Tschöll.

Diskussion entfacht

Ein Foto belegt das Schnee-Abenteuer von Samstag. Nun sorgte aber gerade dieses im Netz für reichlich Diskussion. Von einem Gratis-Skikurs und ungerechter Vorgehensweise ist zu hören und steht zu lesen. Ein Brixner Lega-Politiker will gar wissen, wer den angeblichen Kurs bezahlt hat. 

"Wir sind niemanden zur Last gefallen. Ich könnte verstehen, wenn die Öffentlichkeit die Kosten zu tragen hätte, aber das war nicht so", entgegnet Tschöll. Als Freiwilliger beteilige er sich immer wieder an solchen Aktionen. 

Zudem sollten sich die Leute der Umgebung langsam daran gewöhnen, "dass hin und wieder Flüchtlinge unterwegs sind und bei verschiedenen Aktivitäten gesehen weden", so Tschöll. 

Kann Aufregung nicht verstehen

"Ja, ich ärgere mich auch den Aufschrei und kann die ganze Aufregung nicht verstehen", reagiert auch Skilehrer-Chef Seidner auf den bereits ziggten Anruf. Auch zumal es sich nicht um eine Aktion der Skischule Gossensaß gehandelt habe. "Das war ein netter Ausflug und eine gute Aktion - und damit basta." 

stol/ker

stol