Die Bahnlinie von Belluno bis nach Anpezo/Cortina könnte die Kriterien für einen bevorzugten Zuschuss aus dem Recovery Fund der EU erfüllen. <BR /><BR /><BR /><i>Von Lorenzo Soratroi</i><BR /><BR /><BR />Der Bürgermeister der Brixner-tirolischen ladinischen Gemeinde Fodom/Buchenstein/Livinallongo, Leandro Grones, sagt: „Es ist wichtig, die großen Skigebiete der Provinz zu bedienen und eine schnelle Verbindung zu den Flughäfen in Venedig, Verona und Treviso zu haben. Schon seit einigen Jahren ist eine Bahnlinie zwischen Venedig und Ampezzo im Gespräch. Und jetzt ist das Projekt wieder in den Nachrichten, wegen der Möglichkeit einer Finanzierung durch den Recovery Fund“, erläutert Grones.<BR /><BR /><b>Mit der Bahn die Skigebiete anbinden</b><BR /><BR /> Die ersten 3 Routenhypothesen sahen eine Trasse durch das Cadore vor. Jetzt gibt es einen vierten Vorschlag: Er würde durch den Bereich Agordino führen. „Er läge im Zentrum der Provinz und würde eine sichere Verbindung zwischen den Tälern und den wichtigsten Skigebieten der Provinz garantieren: Falcade-San Pellegrino, Alleghe-Zoldo, Rèba/Arabba-Marmolata, Dolomiti Superski und das Ampezzaner Becken“, sagt der Präsident des Komitees für eine Eisenbahn in den Belluneser Dolomiten, Paolo Selva Moretti. <BR />„Begeisterte Rückmeldungen haben wir auch aus dem Gadertal und dem Trentino, denn Bürgermeister und Touristiker bestätigen dort, dass mehr als die Hälfte der Urlauber ihre Bestimmungsorte durch das Agordino erreichen, und da wäre diese Bahnlinie ein großer Vorteil, vor allem durch die Anknüpfung an den Flughafen Venedig“, sagt Selva Moretti. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="636038_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><b>In zweieinhalb Stunden von Venedig nach Ampezzo</b><BR /><BR />Von Ponte nelle Alpi aus würde man nach 72 Kilometern – mit Station in Belluno, Agordo, Cencenighe, Alleghe und Caprile – und einer Fahrzeit von einer Stunde und 5 Minuten in Anpezo/Cortina d'Ampezzo ankommen: Es wäre die schnellste im Vergleich zu den anderen 3 Strecken. Zwischen Caprile und Ampezzo gäbe es nur 21 Kilometer Tunnel. Die Fahrzeit von Venedig nach Ampezzo würde etwa zweieinhalb Stunden betragen. Selva Moretti geht von 2 Millionen Fahrgästen pro Jahr aus.<BR /> Aber der wirklich wichtige Faktor ist Luxottica, das wichtigste Industrieunternehmen in der Provinz Belluno, Weltmarktführer in der Herstellung von Brillen, dessen Mitarbeiter mit dem Zug anreisen könnten, um die Fabriken in Agordo und Sedico zu erreichen.<BR /><BR /><b>Geschätze Kosten: eine Milliarde Euro</b><BR /><BR />Was sagt Leandro Grones zu den Plänen für die Bahnlinie, die eine Haltestelle in Caprile, also unweit seiner Gemeinde vorsehen? „Abgesehen von der Machbarkeit des Projekts, das eine Milliarde Euro kosten würde, wäre es eine einzigartige Gelegenheit für unser Gebiet, eine schnelle Verbindung zu den Flughäfen Venedig, Verona und Treviso zu haben. Der einzige Nachteil ist, dass die Fahrgäste auf dieser Route wenig von den Dolomiten sehen würden.“<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-48747623_quote" /><BR /><BR /><BR />„Wir müssen in die Zukunft einer nachhaltigen Mobilität ohne Barrieren zwischen Regionen und Provinzen blicken“, sagt Grones und erinnert an die jüngst abgeschlossene Vereinbarung zur Verkehrsregelung auf den Pässen rund um den Sellastock, welche die 4 betroffenen ladinischen Gemeinden, Südtirol, Trentino und die Region Venetien unterzeichnet haben.<BR /> „Das ist ein wichtiger Ansatzpunkt. Zum einen geht es um die Verbindung mit den großen Flughäfen für diejenigen, die mit dem Flugzeug anreisen, zum anderen um Franzensfeste, wo der Hochgeschwindigkeitszug aus dem Brennerbasistunnel vorbeifahren wird. Wir haben eine Menge Projekte zu besprechen: Park-and-Ride-Anlagen in den Tälern, Fahrrad- und Mountainbike-Routen, um die Radsportler von den Straßen über die Pässe zu holen. Und das alles, ohne die Straßen zu schließen und mit Projekten auch für die Touristiker, die dort oben arbeiten.“<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-48747627_listbox" />