Hoffnung zu seinem Recht zu kommen, hat der 26-jährige Mann keine, wie er im Gespräch erzählt. „Bei uns brauchst du fast nirgendwo mehr hinzugehen, wenn es finster wird. Mädchen und Frauen schon gar nicht“, lautet seine bittere Erkenntnis. <BR /><BR /><BR /><b>Was ist am 14. Juli beim Feuerwehrfest passiert?</b><BR />C.F.: Ich bin selbst Feuerwehrmann und war mit ein paar Kollegen beim Sommerfest der Zenoberger Feuerwehr im Hofgarten der Zenoburg. Es war kurz vor Mitternacht, als wir bemerkten, dass 5, 6 junge Männer im Alter von 18, 19, 20 Jahren 2, 3 junge Frauen, die auch auf dem Fest waren, belästigten, ihnen die Getränke wegnahmen usw.<BR /><BR /><b>Sind sie dann zu den Männern hin?</b><BR />C.F.: Ja, ein Kollege ist schon vor mir zu ihnen hingegangen und hat ihnen gesagt, sie sollten jetzt gehen. Ich bin dann auch hin und wir haben sie dann Richtung Ausgang vor uns her geschoben. Und plötzlich bekam ich mit voller Wucht 2 Schläge ins Gesicht. Ich weiß gar nicht, von welcher Seite ich angegriffen worden bin: Scheinbar hat der Täter mit einem Bierkrug auf mich eingeschlagen. Ich wollte dem Angreifer noch hinterher, aber ich habe so sehr geblutet, dass man mir noch dort einen Druckverband anlegen musste. Danach wurde ich ins Meraner Krankenhaus eingeliefert.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="942442_image" /></div> <BR /><BR /><b>Welche Verletzungen hatten Sie erlitten?</b><BR />C.F.: Die Schnittwunde an der Wange musste mit 12 Stichen genäht werden, jene hinterm Ohr mit 4. Ich war 4 Wochen im Krankenstand. In der ersten Woche konnte ich nichts essen, weil die linke Gesichtsseite so geschwollen war. Was sich erst in den Tagen danach herausstellte, weil meine Wange immer dicker wurde, ist, dass die Ohrspeicheldrüse verletzt worden war. Also sammelte sich in der Wange das Speichelsekret an. Ich musste jeden Tag zur Drainage ins Spital und musste eine weitere Woche krankgeschrieben werden. Zudem wurde ein Gesichtsnerv verletzt. Das hat zur Folge, dass meine linke Gesichtshälfte beim Lachen nicht reagiert, mein Mundwinkel zieht sich nicht nach oben. Aber ich kann ja noch froh sein, dass Auge, Ohr und Kiefer nicht verletzt wurden.<BR /><BR /><b>Die Täter? Alle entkommen?</b><BR />C.F.: Ja und Nein. Also die Meraner Stadtpolizei war zufällig oben auf der Zenoburg, weil sie kontrollieren wollten, ob die Musik rechtzeitig ausgeschaltet wurde. Und die Stadtpolizei konnte 3 Männer der Gruppe identifizieren. Dem Schläger ist es aber gelungen abzuhauen. Das Einzige, was ich bis jetzt weiß, ist, dass der Täter illegal im Land ist und dass die Behörden ihn suchen.<BR /><BR /><b>Haben Sie Anzeige erstattet?</b><BR />C.F.: Ja, ein paar Tage später. Ursprünglich wollte ich bei der Stadtpolizei Anzeige erstatten, weil sie ja dort waren. Wegen einer falschen Auskunft bin ich dann aber zu den Carabinieri.<BR /><BR /><b>Und haben die Ermittlungen bis jetzt etwas ergeben?</b><BR />C.F.: Nicht dass ich wüsste. Ich habe auch bei der Stadtpolizei nachgefragt, aber sie wissen nichts. <BR /><BR /><b>Sie haben neben spitalsärztlicher Hilfe auch privatärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und dafür mehrere Hundert Euro ausgeben müssen. Glauben Sie, dass Sie irgendwann noch ihrem Recht kommen und der Täter Schadenersatz leisten muss?</b><BR />C.F.: Nein, ehrlich gesagt, habe ich keine Hoffnung, zu meinem Recht zu kommen. Einem Bekannten wurde vor rund 3 Jahren am Theaterplatz ein Zahn ausgeschlagen, als man ihm die Brieftasche geraubt hat. Er kam auch nicht zu seinem Recht.<BR /><BR /><b>Würden Sie nochmals den jungen Frauen zu Hilfe kommen?</b><BR />C.F.: Natürlich, das könnte ja meine Schwester, Tochter, Nichte sein. Dann wäre ich auch froh, wenn jemand dazwischen geht und sie beschützt.<BR /><BR /><b>Sie sind rund 1,90 Meter groß und ein Baum von einem Mann. Hat Ihr Sicherheitsgefühl einen Knacks bekommen?</b><BR />C.F.: Bei uns brauchst du fast nirgendwo mehr hinzugehen, wenn es finster wird. Mädchen und Frauen schon gar nicht.<BR />