Donnerstag, 05. November 2015

Illegale Abwrackdeponie in Bozen Süd ausgeforscht

Die Gegenstände wurden zusammengetragen, gelagert, zerlegt und auf dem Schwarzmarkt weiterverkauft: Auf eine wahre "Fundgrube" illegaler Natur stießen die Staatspolizei und das Umweltamt am Mittwochmorgen in der Bozner Industriezone.

Die illegale Mülldeponie auf einem Gelände unweit des Bozner Flughafens. - Foto: Quästur
Badge Local
Die illegale Mülldeponie auf einem Gelände unweit des Bozner Flughafens. - Foto: Quästur

Ins Rollen gebracht hatten die Sache einige Anwohner, die auf Fahrzeuge voller Schrott und Müll verschiedenster Art aufmerksam geworden waren. Sie hatten die Ordnungshüter verständigt. 

Am Mittwochmorgen unterzogen die Behörden - bestehend aus Kräften der Staatspolizei und Technikern des Amtes für den Schutz der Umwelt und des Territoriums der Stadt Bozen - ein Areal unweit des Flughafens daher einer Kontrolle. 

Ausschlachten und auf Schwarzmarkt verkaufen?

Sie wollten vor allem sicherstellen, ob es sich bei den beobachteten Aktivitäten um das unrechtmäßige Ausschlachten von Fahrzeugen handelt, mit dem Ziel die Teile auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. 

Als sie das Gebiet, das einige 100 Quadratmeter umfasst und von einem Bozner vermietet wird, betraten, staunten sie nicht schlecht. Sie fanden sich in einer Müllhalde unter freiem Himmel wieder. Im Inneren stießen die Behörden dann auf Hunderte von gebrauchten Autoreifen, Motoren und Teile davon, Kühlschränke, Waschmaschinen, alte Slotmaschinen, Matratzen, Möbel, alte Baumaschinen sowie unzählige Aluminium-, Kupfer- und Eisenteile. 

Ein als gestohlen gemeldeter Quad

Zudem fand sich unter den Gegenständen ein Quad, der nach einer Kontrolle der Polizei, als im August in Bozen gestohlen aufschien. 

Der Quad war einer Boznerin im August gestohlen worden. - Foto: Polizei

Auf dem Geländer wurden auch verschiedenste, zum Teil verschüttete Flüssigkeiten festgestellt.

Zwei Italiener und ein Mann aus Togo im Visier der Ermittler

Ein aus Togo stammender 30-Jähriger, der sich mit Genehmigung in Italien aufhält, wurde als Aufpasser über das Areal identifiziert. Er hatte verschiedensten Müll ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen verbrannt. 

Nach allen Erhebungen konnten die Behörden vorerst den Vorwurf der illegalen Mülldeponie geltend machen. Zwei in Bozen wohnhafte italienische Staatsbürger wurden wegen nicht genehmigten Lagerns von Abfall auf freiem Fuß angezeigt. 

Die Behörden ermitteln nun, woher die sichergestellten Dinge stammen, wohin sie am Schwarzmarkt hätten verkauft werden sollen und wie die Entsorgung vonstatten gehen soll.

stol/ker

stol