„Naherholungszonen in Stadtnähe sind sehr beliebt“, sagte Brunecks Bürgermeister Roland Griessmair bei der Vorstellung der Arbeiten am Stegener Marktplatz im März dieses Jahres. „Der Zustrom zum Flusspark in St. Georgen, der sogenannten Beach, ist der beste Beweis dafür, wie sehr die Menschen es schätzen, in der Nähe der Wohnorte entspannen, auftanken und sportlich aktiv sein zu können.“<BR /><BR />Nun soll im Zuge der Neugestaltung des Marktplatzes auch in Stegen eine solche Naherholungszone entstehen; und zwar an der Rienz östlich der sogenannten Platzl-Brücke kurz vor dem Zusammenfluss mit der Ahr. Weil die Zone und die damit zusammenhängende Flussaufweitung Platz brauchen, müssen der Radweg, der Fußweg und die darunter liegende Kanalisierung, die derzeit direkt am Flußufer verlaufen, verlegt werden. Dazu haben die Arbeiten bereits begonnen, mussten jetzt aber wieder eingestellt werden. Der Grund: Beim Aushub ist die beauftragte Baufirma Klapfer auf eine illegale Mülldeponie mit Hausmüll und Bauschutt gestoßen. „Umgehend wurde das Amt für Abfallwirtschaft benachrichtigt“, erklärt der zuständige Brunecker Stadtrat Daniel Schönhuber. Dieses habe einen Geologen beauftragt, der den Bereich untersucht und den Abbau des Materials begleitet hat. „Es handelt sich um etwa 750 Kubikmeter Müll“, erklärt Schönhuber. Das ist etwas mehr als das Aushubmaterial eines durchschnittlichen Reihenhauses.<BR /><BR />Woher der Müll stammt, ist ungewiss. „Wir werden aber auf alle Fälle versuchen, die Urheber ausfindig zu machen und sie auch zu belangen“, sagt Schönhuber. Das sei aber schwierig, da die illegale Ablagerung vor mehreren Jahrzehnten geschehen ist.<h3> „Keine Seltenheit“</h3>„Die illegale Mülldeponie in Stegen ist leider kein Einzelfall“, meint Klaus Graber, Fraktionsvorsteher von St. Georgen und Vorsitzender des Vereins Naturtreff Eisvogel. „Bei Flussaufweitungen kommt immer wieder Müll und anderes illegal abgelagertes Material zum Vorschein.“ Das bestätigt auch Direktor Sandro Gius vom Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost. „Leider sind illegale Deponien keine Seltenheit“, sagt er.<BR /><BR />Woher der Müll stammt, kann auch der Stegener Fraktionsvorsteher Albin Pramstaller nicht sagen. „In den 1960er- und 1970er-Jahren gab es vielerorts solche illegalen Ablagerungsstätten.“ Das Grundwasser solle ersten Analysen zufolge aber sauber sein, weiß er.<BR /><BR />Was mit dem Müll geschieht, ist unklar. Einstweilen lagert er noch vor Ort. „Wir müssen die Analysen abwarten“, sagt Schönhuber. Dann werde entschieden, wie es entsorgt wird. „Auch die Ergebnisse der Bodenproben unterhalb der Lagerstätte stehen noch aus.“ So lange diese nicht einwandfrei sind, werden die Bauarbeiten stillstehen – und die Naherholungszone Stegen muss warten.