Freitag, 15. Mai 2015

Illegaler Goldabbau: Dutzende Kinder an Bleivergiftung gestorben

In Nigeria sind zahlreiche Kinder an einer Bleivergiftung gestorben. Bis Mitte der Woche seien 65 Krankheitsfälle registriert worden, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister, Fidelis Nwankwo, vor Journalisten. Es habe 28 Todesfälle gegeben, bei denen es sich ausschließlich um Kinder unter fünf Jahren gehandelt habe. Weitere Kinder seien in Behandlung.

Gold: wertvoll und verhängnisvoll.
Gold: wertvoll und verhängnisvoll. - Foto: © shutterstock

Die Opfer wiesen 17 bis 22 Mal höhere Bleiwerte auf als internationale Grenzwerte zuließen. Auch das Vieh sei betroffen, hieß es.

Die Bleivergiftungen ereigneten sich im Bundesstaat Niger im Zentrum Nigerias, wo es in der Vergangenheit immer wieder derartige Fälle gegeben hatte. Aber auch in anderen Landesteilen war es bereits zu Vergiftungen gekommen.

Grund für die Verbreitung des Bleis ist der illegale Goldabbau. Das bleihaltige Erz verseucht beim Abbau die Böden und das Grundwasser. Vor einigen Jahren hatten sich mehr als 2.000 Menschen im Bundesstaat Zamfara eine Bleivergiftung zugezogen, mindestens 400 Kinder starben.

In den Dörfern werden Erkrankungen und Opfer von Bleivergiftungen häufig verschwiegen aus Sorge, die Behörden könnten den Bergbau unterbinden.

Bleivergiftungen können kurzfristig zu starkem Fieber, Krämpfen, Bewusstseinsverlust und Erblindung führen. Langzeitfolgen sind schwere Nierenprobleme und bleibende Gehirnschäden.

apa/afp

stol