Mittwoch, 28. September 2016

Illegales Glücksspiel: „Totem“- Ermittlungen abgeschlossen

Am Mittwoch haben Quästor Lucio Carluccio sowie der Kommandant der Finanzpolizei, Giulio Piller, die Ergebnisse der groß angelegten „Totem“-Ermittlungen vorgestellt – Ermittlungen, die dem illegalen Glücksspiel galten.

Besonders Jugendliche möchte man vor dem illegalen Glücksspiel schützen.
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Besonders Jugendliche möchte man vor dem illegalen Glücksspiel schützen. - Foto: © D

Bereits im November 2013 hatten die Quästur Bozen und die Finanzpolizei Bozen die „Totem“-Ermittlungen eingeleitet. Der Name ist Programm, die corpora delicti, um die es sich bei den Untersuchungen handelt, sind die sogenannten „Totems“, die man auch in Südtirol in verschiedenen Bars und Tabaktrafiken findet. Apparate mit denen man – zumindest auf den ersten Blick – etwa im Internet surfen oder seine Telefonkarte aufladen kann.

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19 "Totems" wurden im Zuge der Ermittlungen beschlagnahmt. - Foto: Quästur Bozen

Manipulation durch den Barbesitzer

Doch die Automaten lassen sich auch für andere „Aktivitäten“ nutzen: Kunden konnten durch "Totems" auf zahlreiche illegalen Online-Plattformen gelangen, deren Server sich im Ausland befinden und die vom italienischen Staat nicht genehmigt sind. Die gewonnenen Geldbeträge wurden von den jeweiligen Besitzern der Automaten – unversteuert – an die Gewinner ausbezahlt. Zu diesen Vergehen kommt hinzu, dass es den Betreibern möglich war, den Spielverlauf zu manipulieren.

1,5 Millionen Euro Gewinn

Im Zuge der mehrjährigen polizeilichen Ermittlungen, bestehend aus Abhörungen, Hausdurchsuchungen  und Beschlagnahmungen, wurden 46 Personen, darunter 21 Barbetreiber und 2 Spieler, sowie 4 Gesellschaften angezeigt – 19 dieser „Totem“-Apparate sowie über 47.000 Euro Bargeld wurden beschlagnahmt.

Die Ermittlungen der Beamten ergaben, dass die Betreiber im Zeitraum zwischen 1. Januar 2010 und 31. März 2014 an die 1,5 Millionen Euro durch diese Form des illegalen Glücksspiels einnehmen konnten. Eine Summe, die durch die vorbeugende Beschlagnahmung beweglicher und unbeweglicher Güter in Höhe von 1 Million Euro, durch die Beamten sichergestellt wurde.

Jugendprävention besonders wichtig

Im Zuge der Ermittlungen konnten die Beamten in diesem Zusammenhang die Bildung mafiaähnlicher Strukturen feststellen – das illegale Online-Glückspiel gehört zu den großen Geschäftsfeldern organisierter Kriminalität.

Die seit 2013 laufenden Ermittlungen waren, so die Beamten in der Pressekonferenz am Mittwoch, zunächst strafrechtlicher Natur, mussten aber aufgrund einer geänderten Gesetzeslage als Verwaltungsstrafen weitergeführt werden. Gegen 2 Hersteller, 3 Monteure und 16 Barbetreiber (alle aus Bozen) wurden mittlerweile Verwaltungsstrafen in Höhe von 800.000 Euro ausgestellt.

Die Kontrollen von Seiten der Behörden finden auch weiterhin statt, es konnten auch bereits weitere „Totem“-Apparate sichergestellt, entsprechende Geldstrafen verhängt werden.

Im Zuge der Pressekonferenz wurde zudem unterstrichten, dass diese Aktion vor allem auch der Jugendprävention diene.

stol

stol