Das Projekt wurde im Rahmen einer Pressekonferenz im Bozner Rathaus vorgestellt. Umweltstadtrat Marco Caruso, die zuständige Stadträtin für Friedhofsdienste Patrizia Brillo sowie Fachleute erläuterten dabei die Hintergründe, die Methode und die erwarteten Effekte. Die Tigermücke ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch Krankheiten wie Dengue-Fieber, Zika oder Chikungunya übertragen.<h3> Bozen setzt auf die SIT-Methode</h3>Der Friedhof in Oberau gilt als besonders anfällig für die Ausbreitung der Tigermücke. Auf einer Fläche von rund 13 Hektar finden sich zahlreiche Wasseransammlungen – etwa in Blumenvasen, Weihwasserbehältern oder Laternen. Diese kleinen Wasserreservoirs bieten ideale Brutbedingungen. Gleichzeitig ist das Gelände stark frequentiert, was das Risiko erhöht, dass Menschen gestochen werden, heißt es in einer Aussendung der Stadtgemeinde Bozen.<BR /><BR />Um dem entgegenzuwirken, setzt die Stadt nun auf die SIT-Methode. Dabei werden gezielt männliche Tigermücken freigesetzt, die zuvor durch Röntgenstrahlung sterilisiert wurden. Diese paaren sich mit den Weibchen, die daraufhin unbefruchtete Eier legen – die Population wächst somit nicht weiter an. Wichtig: Die männlichen Mücken stechen nicht, und es handelt sich nicht um genetisch veränderte Insekten. Die Methode gilt als umweltfreundlich und beeinflusst andere Tierarten nicht.<h3> Erfahrungen aus anderen Regionen stimmen optimistisch</h3>In Bologna und im Schweizer Kanton Tessin konnte die Tigermückenpopulation mit dieser Technik bereits um bis zu 70 Prozent reduziert werden. In Bozen sollen nun ab Ende Mai bis September wöchentlich sterile Männchen freigesetzt werden.<BR /><BR />Die Kosten für das Pilotprojekt belaufen sich auf rund 1.000 Euro pro Hektar – insgesamt also etwa 13.000 Euro für das gesamte Friedhofsareal. Sollte die Maßnahme erfolgreich sein, prüft die Stadt eine Ausweitung auf weitere Gebiete.<h3> Entwicklung der Tigermückenpopulation wird genau überwacht</h3>Neben den technischen Maßnahmen betonen die Verantwortlichen auch die Bedeutung der Mithilfe der Bevölkerung. So wird empfohlen, auf stehendes Wasser in Blumentöpfen oder Untersetzern zu achten und auf Blumen in offenen Vasen möglichst zu verzichten.<BR /><BR />Die Entwicklung der Tigermückenpopulation wird genau überwacht. Sollte es zu einem stärkeren Anstieg kommen, will die Stadt rasch gegensteuern – auch um größere gesundheitliche Risiken für die Bevölkerung zu vermeiden.