Montag, 28. September 2015

Im Museum zum Frieden finden

Viele Teilnehmende, hochqualifizierte Referenten und interessante Impulse brachte der "Gesamttiroler Museumstag 2015".

Hauptreferent war Friedrich Glasl, der österreichische Konfliktforscher und Mediator - Foto: LPA/Abt. Museen
Badge Local
Hauptreferent war Friedrich Glasl, der österreichische Konfliktforscher und Mediator - Foto: LPA/Abt. Museen

Die Fachtagung für Museums- und Kulturleute Tirols, Südtirols und des Trentino sowie des Euregio-Büros fand am Montag auf Schloss Tirol statt und befasste sich mit der Frage, wie Museen einen Beitrag zur Friedensarbeit in der Gesellschaft leisten.

Rund 170 Mitarbeitende von Museen, Sammlungen, Ausstellungsorten und anderen Kultureinrichtungen kamen der Einladung zum "Gesamttiroler Museumstag 2015" nach.

Das Thema „Friedensarbeit“ wird derzeit in vielen öffentlichen und privaten Museen vertieft, wo Ausstellungen und Initiativen zum Ersten Weltkrieg mit ganz unterschiedlichen Ansätzen angeboten werden. Angegangen wurde es bei den Beiträgen heute Vormittag auf Schloss Tirol aus der Perspektive der Konfliktforschung, der Geschichtswissenschaft und der Museologie.

Friedrich Glasl, der österreichische Konfliktforscher und Mediator, weltweit für sein Konflikteskalationsmodell bekannt, erläuterte als Hauptreferent die "Konfliktdynamik von Teufelskreisen". "Bereits bei jungen Menschen soll die Entwicklung der Konfliktfähigkeit gefördert werden, denn nur so können sie gleichzeitig auch in ihrer Problemlösungsfähigkeit gestärkt werden", betonte er.

Tagungsreferentin Gunda Barth-Scalmani, Professorin an der Universität Innsbruck, berichtete über die Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen und Museen und ging besonders auf die Sonderausstellung im Südtiroler Volkskundemuseum in Dietenheim "Höfe ohne Männer" ein. "Zu lange war die Frauen- und Geschlechtergeschichte in der Forschungsgeschichte zur Landwirtschaft ein blinder Fleck", unterstrich sie.

Weiters referierte Oswald Überegger, seit 2013 Direktor des Kompetenzzentrums für Regionalgeschichte der Universität Bozen, zum Thema "Krieg als soziale Grenz- und Gewalterfahrungen" sowie die Historiker Pietro Fogale und Hannes Obermair, die jeweils das Projekt der Stolpersteine in Meran und Bozen vorstellten.

Am Nachmittag wurden zur Vertiefung des Themas Workshops, Ausstellungsbesichtigungen und Führungen auf Schloss Tirol, im Frauenmuseum, im Touriseum, im Palais Mamming, sowie ein Stadtrundgang in Meran zu den "Stolpersteinen" angeboten.

stol