Dienstag, 08. Januar 2019

Im Norden Schnee, im Süden kein Winter in Sicht

Die Alpennordseite versinkt im Schnee. Und der Süden? Wie Landesmeteorologe Dieter Peterlin berichtet, ändert sich sich die Großwetterlage über den Alpen auch die nächsten Tage kaum. Die Strömung aus Norden bleibt bestehen und im Süden Südtirols ist immer noch kein Schnee zu erwarten.

Aktuelle Sicht auf Kasern. Im Hintergrund ist der Klockerkarkopf (2.911 m) zu erkennen. - Foto: Webcam
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Aktuelle Sicht auf Kasern. Im Hintergrund ist der Klockerkarkopf (2.911 m) zu erkennen. - Foto: Webcam

Wetter am Dienstag

Mit einer nordwestlichen Anströmung gelangen teils feuchte Luftmassen in den Alpenraum. Es gibt eine Mischung aus sonnigen Abschnitten und dichteren Wolken. Am Alpenhauptkamm ist der Himmel meist stark bewölkt und es setzt erneut Schneefall ein. Die schönsten Bilder vom verschneiten Südtirol sehen Sie in der unten stehenden STOL-Bildergalerie.

Wie Peterlin erklärt, habe es seit dem 30. Dezember 2018 im hinteren Ahrntal Tag für Tag geschneit, in Kasern, dem nördlichsten Dorf Südtirols, sind bis jetzt aufsummiert 190 Zentimeter Neuschnee gefallen. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Die Nordströmung bleibt die ganze Woche bestehen. „Die Nacht auf Dienstag verlief zwar trocken, nun hat am Alpenhauptkamm wieder Schneefall eingesetzt. Bis Freitag schneit es durch, im hinteren Ahrntal ist wieder ein halber Meter Neuschnee möglich“, so der Wetterexperte.

Im Beitrag von „Südtirol heute“ sieht man das in den Schneemassen versunkene Ahrntal.

Im Süden hingegen ist weiter kein Schnee in Sicht und auch die Temperaturen sind alles andere als winterlich. Diese lagen am Montag im Etschtal etwa im zweistelligen Bereich und somit weit über dem Jänner-Durchschnitt.

Lawinenwarnstufe 3

Im Norden des Landes, entlang des Alpenhauptkamms herrscht derzeit Lawinenwarnstufe 3, Tendenz steigend. In Nordtirol ist die Lawinengefahr noch höher, wird im Laufe des Tages möglicherweise sogar von Stufe 4 auf Stufe 5 angehoben.

Viel Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr ist auch in Südtirol nötig. Mit Neuschnee und starkem Wind wachsen die Triebschneeansammlungen im Verlauf des Dienstag nochmals an. Diese können oft mit geringer Belastung ausgelöst werden. Besonders an Triebschneehängen muss vereinzelt mit spontanen mittelgrossen Lawinen gerechnet werden. Die Gefahrenstellen liegen an steilen Hängen oberhalb der Waldgrenze.

Wieder Neuschnee erwartet

Besonders im Norden und im Nordosten sind die Gefahrenstellen häufiger und die Gefahr höher. Sie sind bei der schlechten Sicht kaum zu erkennen. Zudem können Lawinen im Altschnee ausgelöst werden und vereinzelt gross werden. Für Touren und Variantenabfahrten sind die Verhältnisse teils kritisch. Es fallen besonders entlang der Grenze zu Tirol bis zu 15 Zentimeter Schnee, lokal auch mehr. Der teilweise starke Wind verfrachtet den Neuschnee. Neu- und Triebschnee liegen verbreitet auf weichen Schichten. In der Altschneedecke sind vereinzelt störanfällige Schwachschichten vorhanden. Die Schneedecke ist allgemein störanfällig. Ein Anstieg der Lawinengefahr mit Neuschnee und starkem Wind ist wahrscheinlich.

Wetteraussicht

In den kommenden Tagen bleibt es am Alpenhauptkamm unbeständig. Abseits davon ist es mit Nordföhn meist trocken, nur am Mittwochvormittag greifen die Niederschläge auch weiter Richtung Süden aus. Am Freitag und Samstag werden die Luftmassen nördlich der Alpen vorübergehend trockener. Damit legt auch der Schneefall am Alpenhauptkamm eine Pause ein und es gibt eine freundliche Mischung aus Sonne und Wolken.

stol/vs

stol