Kuratiert wird die Ausstellung von der Volkskundlerin Maria Kröss. <BR /><BR />Die Redewendung „den Löffel abgeben“ bedeutet im übertragenen Sinn, dass jemand stirbt. „Dieser Ausdruck stammt aus dem Mittelalter, als der Löffel noch ein sehr persönlicher Gegenstand war, der erst nach dem Tod weitergegeben wurde“, sagt Maria Kröss, die zum Thema gründliche Recherchearbeiten durchgeführt hat.<BR /><BR />Gleich am Eingang der Ausstellung ist ein Versehtisch aufgebaut, auf dem alles zu finden ist, was früher fast jeder im Haus hatte. „Lag ein Familienmitglied im Sterben, so wurde der Pfarrer gerufen, der die Sterbesakramente spendete. Die Angehörigen empfingen ihn mit brennenden Wachsstöcklein, Kerzen, die eigens für das Versehen angefertigt wurden“, erzählt Maria Kröss.<BR /><BR />Gezeigt wird auch ein Trachtenpaar, das das sogenannte Klagegewand trägt. Bei einer Beerdigung herrschten genaue Kleidervorschriften und dazu gehört auch der „Schlengglbuschn“, der in einer Vitrine ausgestellt ist. Dieser seltene Begräbnisbrauch hat sich im Sarntal bis in die heutige Zeit erhalten. Wird ein unverheirateter, kinderloser Mensch zu Grabe getragen, so sind die Hüte der Sargträger mit dem „Schlengglbuschn“ geschmückt. Das ist ein bunter Kranz aus Seidenblumen, Glitzerschmuck und einer Pfauenfeder. <BR /><BR />Sofort ins Auge fallen die sogenannten Haarbilder, kunstvolle Kastenbilder, die oft zur Erinnerung an verstorbene Kinder angefertigt wurden. Diese Andenkbilder enthielten neben persönlichen Dingen wie Myrtenkränzen oder Schmuck meist auch kunstvoll geflochtene Haare.<BR /><BR />Wenn es um das Thema Tod geht, darf die „Kirchenhoaßerin“ nicht fehlen und so ist auch sie Teil der Ausstellung. Es ist dies ein fast vergessener Brauch, den es bis in den 1970-er Jahren im Sarntal gab. Diese hatte– in Zeiten ohne Telefon – den Auftrag, eine Todesnachricht auf die entlegenen Höfe zu bringen und Verwandte und Nachbarn zum Kirchengehen und zum Begräbnis zu bitten.<h3> „In die Schue sterbm“</h3>Ein eigener Bereich ist dem Thema „In die Schue sterbm“, dem unerwarteten Sterben, gewidmet. „In der bäuerlichen Welt, in der durch Naturgewalten und schwere Arbeit überall Gefahren lauerten, war der Tod ein ständiger Begleiter“, sagt Maria Kröss. So sei so manches Marterle (Gedenkbild) aufgestellt worden, das auf einen tödlichen Unfall hinweist.<BR /><BR />Das sind nur einige der Highlights dieser bemerkenswerten Ausstellung, die im Rohrerhaus an jedem Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr zu sehen ist.