<BR />Ihre Monatsblutungen waren von Anfang an immer sehr schmerzhaft gewesen, erinnert sich die heute 50-jährige Leifererin. Das sei von anderen aber immer als normal abgetan worden. „Meine Mutter hat mir immer gesagt, dass auch sie starke Schmerzen habe. Und dass die Entbindung weniger schmerzhaft für sie war als die Regelblutungen.“ Mit vielen Schmerztabletten sei es so einigermaßen gegangen, zuerst in der Schule, später am Arbeitsplatz. Ohne Schmerzen, das kannte sie aber nicht. Und irgendwann gewöhne man sich daran. Auch Ärzte konnten der Leifererin nicht helfen. „Ich bin regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen gegangen, aber von Endometriose hat niemand geredet“, erzählt sie. Bis vor 10 Jahren. <BR /><BR /><embed id="dtext86-64179288_quote" /><BR /><BR />Da waren die Schmerzen noch unerträglicher als sonst, sie kamen kolikartig. Sie kam in die Notaufnahme des Bozner Krankenhauses, wo relativ schnell eine Hydronephrose festgestellt wurde, eine starke Erweiterung des Nierenbeckens, die auf einen verhinderten Urinfluss zurückzuführen ist. „Der Urologe Dr. Armin Pycha hat mich damals untersucht und festgestellt, dass der Harnleiter zwischen Niere und Blase komplett verschlossen war und daher die starken Schmerzen der Nierenkolik kamen“, erinnert sie sich. Ein Tumor war es nicht, der den Harnleiter verschloss. Auch keine Nierensteine. „Dr. Pycha äußerte dann den Verdacht auf Endometriose. Ich konnte damit überhaupt nichts anfangen, hatte dieses Wort noch nie gehört“, sagt Inama. Dr. Pycha holte den Primar der Gynäkologie, Dr. Martin Steinkasserer, hinzu. Einen transvaginalen Ultraschall später stand die Diagnose: Zysten am Eierstock, Endometrioseherde in der Harnblase und am Harnleiter, Adenomyose in der Gebärmutter – Endometriose im fortgeschrittenen Stadium. <h3> Ein jahrzehntelanger Leidensweg ging zu Ende</h3>Aufgrund dieser Diagnose entschied sie sich mit Dr. Steinkasserer für eine Operation. Dabei wurden ein Eierstock, ein Teil des betroffenen Harnleiters und ein Teil des Darms entfernt. „Meine Angst vor der OP war, dass ich durch die Operation sofort in die Wechseljahre komme“, erzählt Inama. „Weil ich aber einen Eierstock behalten habe, war das nicht der Fall, der Hormonhaushalt bleibt dann unverändert.“ <BR /><BR />Für Anita Inama war mit der OP ein jahrzehntelanger Leidensweg beendet. Denn nach einer Erholungs- und Rehabilitationsphase hat für die damals 40-Jährige ein neues Leben begonnen. „Ich bin einfach nur glücklich, weil auch wirklich alles gut verheilt ist und mich heute nur mehr die Narben an die Zeit vor der OP erinnern“, erzählt sie. „Jetzt erscheint mir die Zeit damals wie ein schlimmer Traum.“ <BR /><BR />Inama ist es heute ein Anliegen, dabei zu helfen, jungen Mädchen diesen Leidensweg zu ersparen und Frauen aufzurütteln, dass starke Schmerzen eben nicht normal sind und medizinisch abgeklärt werden sollten. „Heute gibt es sicher mehr Informationen und die Ärzte sind sicher auch aufmerksamer, was Endometriose angeht, trotzdem kann ich nur jeder Frau sagen, dass sie ihre Schmerzen ernst nehmen und sie entsprechend abklären lassen soll.“ <BR />