Freitag, 15. Juli 2016

Im Wald gefundene Metalldose enthält 123 Gramm Uran-haltiges Erz

Pilzsammler hatten die Metalldose mit der Aufschrift „Uran“ gefunden, nun steht fest: Der Behälter enthält tatsächlich 123 Gramm Uran-238-haltiges Erz.

Ein ungewöhnlicher Fund beim Pilzesammeln: Uranhaltiges Erz
Ein ungewöhnlicher Fund beim Pilzesammeln: Uranhaltiges Erz - Foto: © shutterstock

Wie das deutsche Umweltministerium in Dresden am Freitag weiter mitteilte, wurde eine Strahlung von 63 Mikrosievert pro Stunde gemessen. Nach Einschätzung des Ministeriums ging von der fest verschlossenen Dose keine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung aus. Der Grenzwert für beruflich radioaktiver Strahlung ausgesetzter Menschen in Deutschland liegt bei 20 000 Mikrosievert im Jahr.

Sehr geringe Strahlung

Der sechs Kilogramm schwere Behälter sei mit Blei ausgegossen und mit einem Bleideckel verschlossen gewesen, hieß es weiter. An der Außenseite der Dose war am Donnerstag das 20- bis 30-fache der natürlichen radioaktiven Strahlung von 0,2 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden. „Bei einer Stunde Aufenthalt unmittelbar an dem Behälter würde man etwas weniger Strahlung aufnehmen als bei einem Flug von Deutschland nach Mallorca und zurück“, sagte ein Ministeriumssprecher.

Früher in Deutschland abgebaut

Das gefundene Uranerz – Pechblende genannt – kommt in der Natur vor und wurde über Jahrzehnte im Erzgebirge abgebaut. Drei Pilzsammler hatten die orangefarbene Dose am Mittwoch bei Eibenstock in Sachsen im Wald gefunden. In den Deckel war die Aufschrift „URAN Pe.-Ble.“ gekratzt. Woher der Behälter stammen könnte, blieb weiter unklar. Der Brocken soll nun fachgerecht entsorgt werden.

dpa

stol