16.046 Kinder besuchen heuer einen der 335 Südtiroler Kindergärten. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Zuwachs von 440 Kindern, der etwa zu gleichen Anteilen auf den Anstieg der Einschreibungen einheimischer (226) und ausländischer Kinder (214) geht.In absoluten Zahlen traten im Herbst 1601 ausländische Kinder in Südtirols Kindergärten ein. Damit hat jedes zehnte Kind einen ausländischen Pass. Die Ausländerquote ist mit 21,2 Prozent an den italienischen Kindergärten aber drei Mal höher als an deutschen (6,8 Prozent) und liegt um ein Vielfaches über jenen in den ladinischen (4,7 Prozent). Knapp die Hälfte der Kinder kommt einer Astat-Erhebung zufolge aus europäischen Nicht-EU-Ländern. Je 19,1 bzw. 18,5 Prozent stammen aus Asien und Afrika. Das am stärksten vertretene Herkunftsland ist Albanien, gefolgt von Marokko. Der Trend ist nicht neu: In den letzten fünf Jahren stieg die Zahl der einheimischen Kinder um 372 jene der ausländischen hingegen um 716.Sprachzentren sollen der Integration dienen„Deshalb hat die Landesregierung auch Sprachzentren eingerichtet, in denen Kinder mit Migrationshintergrund in die Landessprachen eingeführt werden und dies im heurigen Haushalt mit zusätzlichen 300.000 Euro ausgebaut“, sagt Schullandesrätin Sabina Kasslatter Mur. Zusätzlich werden Vereine und Verbände unterstützt, die Eltern und vor allem Mütter ausländischer Kinder die Landessprachen und Kultur Südtirols näher bringen. „Die Väter lernen die Sprache am Arbeitsplatz, die Mütter nicht“, so Kasslatter. Integration sei eine Herausforderung. „Den Kopf in den Sand stecken, nützt nichts“. Mittlerweile herrsche aber auch seitens der Wirtschaft ein Einsehen, dass Integration Grenzen habe und langsam zu erfolgen hat. „In jedem Kindergarten werden aber Weihnachten und Nikolaus nach unserer Tradition gefeiert“, räumt Kasslatter mit anders lautenden „Märchen“ auf.Auch Kindergarteninspektorin Christa Messner verweist auf die Sprachzentren und zusätzliches Personal, das unterstützend bereitgestellt werde. Anders als an den Schulen gebe es für die Kindergärten keinen Beschluss der Landesregierung, dass der Ausländeranteil 30 Prozent nicht überschreiten dürfe. Dieser Anteil werde bis auf zwei Kindergärten, wo es „in diese Richtung geht“, aber nirgends erreicht. Und inzwischen sei man bei der Integration auch um viel Erfahrung reicher.Erfahrung mit Menschen aus anderen Teilen der Welt, die durchaus auch positiv sein kann – und in gelungene Projekte mündet. So wurde im Kindergarten Innichen im Zusammenspiel mit Verwandten von Sprösslingen aus elf Nationen eine CD mit Kindertexten und -liedern erarbeitet. bv