Der Landtagsabgeordnete hat die Zahlen über Anfragen vom deutschen Bildungsressort erhalten. Und auch wenn sich die Daten für die staatlichen Oberschulen auf das kommende und die der Berufsschüler auf das laufende Schuljahr beziehen (für 2026/27 liegen sie für die Berufsschule noch nicht vor), lässt sich der Trend doch eindeutig ablesen: Schüler mit Diagnose wählen wesentlich häufiger die Berufsschule. <BR /><BR />Demnach kommen auf 12.260 Oberschüler 1.267 (10,3 Prozent) mit Diagnose, auf 8.433 Berufsschüler 2.390 (28 Prozent). Gerade in den unteren Klassen steige der Anteil der Schüler mit einer Diagnose – laut Lehreraussagen – teils auf 40 bis 50 Prozent.<h3> System an kritischem Punkt</h3>Die Zahlen lassen sich auch noch aufsplitten nach Diagnose für eine Beeinträchtigung (wie zum Beispiel Down-Syndrom; nach Gesetz 104) oder einen erhöhten bzw. differenzierten Unterstützungsbedarf aufgrund beispielsweise einer Dyskalkulie (Rechenschwäche, nach Gesetz 170).<BR /><BR /> Für die Berufsschule sind das aktuell 167 Schüler mit Funktionsdiagnose nach Gesetz 104, 350 mit 104-Diagnose und klinischem Befund sowie 1.873 mit einer Diagnose nach Gesetz 170. Die „104er“ machen in der Berufsschule sechs Prozent der Schüler aus, die „170er“ 22 Prozent. In der Oberschule sind Erstere mit zwei Prozent vertreten, Letztere mit 8,3 Prozent. Und auch zahlenmäßig sind beide Diagnosearten in der Berufsschule stärker vertreten. <BR /><BR />Doch Unterstützung in Form von Integrationslehrpersonen wird nur aufgrund eines Teiles der Schüler mit Beeinträchtigung zugewiesen. Für den Unterricht an der Berufsschule heißt das: Zwar haben 28 Prozent der Schüler (2025/26) einen erhöhten Förderbedarf aufgrund einer medizinischen Diagnose (Schüler mit mangelhaften Deutschkenntnissen sind in diesen Zahlen noch gar nicht dabei), aber Ressourcen gibt es kaum. Denn als Grundlage für die Zuweisung dienen nur die 167 Schüler mit Beeinträchtigung (FD 104). <BR /><BR />„Diese Zahlen sind alarmierend und dürfen nicht länger relativiert werden. Wenn inzwischen fast jede dritte Schülerin und jeder dritte Schüler in den Berufsschulen eine Diagnose hat, dann ist klar: Unser System steht an einem kritischen Punkt“, findet Ploner. Unter diesen Bedingungen werde es immer schwieriger, „einen qualitativ hochwertigen Unterricht für alle sicherzustellen, für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf genauso wie für jene ohne.“