Montag, 03. Februar 2020

Mehr Tote in China durch neuen Coronavirus als bei SARS

China hat den bisher stärksten Anstieg von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus und Todesfällen innerhalb eines Tages gemeldet. An der Lungenkrankheit seien erneut 57 Menschen gestorben, teilte die Gesundheitskommission am Montag mit.

Menschen versuchen, sich mit Masken vor dem Virus zu schützen.
Menschen versuchen, sich mit Masken vor dem Virus zu schützen. - Foto: © APA (AFP) / NOEL CELIS

Damit sind nun offiziell 361 Todesfälle in China zu beklagen. Die Zahl der bestätigten Infektionen kletterte den Angaben zufolge um 2829 auf 17.205.

Weltweit sind rund 180 Fälle in etwa 2 Dutzend Ländern bestätigt. Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Virus ist mittlerweile höher als während der SARS-Epidemie der Jahre 2002 und 2003. An diesem Erreger waren damals in Festlandchina laut der offiziellen Bilanz 349 Menschen gestorben.

Der erste bekannte Todesfall außerhalb Chinas wurde in der philippinischen Hauptstadt Manila verzeichnet. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) handelt es sich um einen Chinesen aus der Millionenstadt Wuhan in Hubei. Wuhan gilt als Ausgangsort der Epidemie.

Die kalifornische Gesundheitsbehörde bestätigte unterdessen einen 9. Fall einer Infektion mit dem Virus in den USA. Die Frau und ihre Familie sei in ihrem Haus in Santa Clara unter Quarantäne. Die Frau ist kürzlich von einer Reise nach Wuhan zurückgekehrt. Die US-Gesundheitsbehörden stufen die Risiken für die Vereinigten Staaten aber weiterhin niedrig ein, Präsident Donald Trump behauptete in einem TV-Interview gar, man habe das Virus „ausgeschaltet“.

Die WHO ist unterdessen über die Informationsflut zum Coronavirus besorgt. Der Ausbruch des Erregers 2019-nCoV sei von einer „massiven Infodemie“, einer Überschwemmung an Informationen begleitet worden. Einige Informationen seien korrekt, andere nicht.

Da die Flut an Informationen es vielen Menschen schwer mache, zwischen Mythen und Fakten zu unterscheiden, hat die WHO eine große Informationskampagne auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Medien gestartet.

Darin beantwortet sie etwa Fragen wie: Kann das Essen von Knoblauch gegen das Coronavirus helfen. Antwort: Dafür gibt es keinen Beleg.

Auch der Rauch von Feuerwerk helfe nicht gegen den Erreger, schreibt die WHO. Die Annahmen von Briefen oder Päckchen aus China sei hingegen ungefährlich. Das Virus überlebe nicht lange auf solchen Objekten.

Auf einer gesonderte Webseite rät die WHO unter anderem zum regelmäßigen Händewaschen, auch wenn die Hände „nicht sichtbar dreckig“ seien. Erkrankte sollten in die Armbeuge oder in ein Taschentuch niesen und letzteres in einen geschlossen Abfalleimer werfen.

apa