Die WHO teilte am Dienstag mit, dass es möglicherweise zu einer Übertragung des Hantavirus von Mensch zu Mensch zwischen Personen mit engem persönlichen Kontakt an Bord des Kreuzfahrtschiffs gekommen sei. „Wir vermuten, dass es bei sehr engem Kontakt eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt“, sagte die WHO-Epidemiespezialistin Maria Van Kerhove in Genf. Der erste auf dem Schiff erkrankte Passagier habe sich vermutlich infiziert, bevor er an Bord gegangen sei.<BR /><BR />Der Fokus liege nun auf der Evakuierung zweier erkrankter Passagiere und anschließend darauf, dass das Schiff seine Fahrt zu den Kanarischen Inseln fortsetzt. Das Risiko für die Allgemeinheit sei weiterhin gering.<BR /><BR />Die Behörden von Kap Verde hatten das Schiff vorsorglich angewiesen, auf See zu bleiben. Die Atmosphäre an Bord sei ruhig und die Passagiere im Allgemeinen gefasst, teilte der niederländische Betreiber Oceanwide Expeditions mit. Man arbeite daran, die Reisenden untersuchen und von Bord bringen zu lassen. Dafür werde erwogen, nach Las Palmas oder Teneriffa in Spanien weiterzufahren.<BR /><BR />Bei den drei Toten handelt es sich den Angaben zufolge um ein niederländisches Ehepaar und einen deutschen Staatsbürger. Ein schwer erkrankter Brite wurde von der Insel Ascension nach Südafrika ausgeflogen. Die südafrikanischen Behörden bestätigten, dass der in Johannesburg behandelte Patient positiv auf das Hantavirus getestet wurde. Die Niederlande bestätigten das Virus bei der verstorbenen Niederländerin. Der erste erkrankte Passagier, ein Niederländer, war bereits am 11. April gestorben.<BR /><BR />Die „Hondius“ hatte ihre als Naturexpedition in die Antarktis beworbene Reise im März in Ushuaia in Südargentinien begonnen. Die Preise für eine Koje lagen zwischen 14.000 und 22.000 Euro. Das Schiff hatte auf seiner Fahrt einige der am meisten entlegenen Orte der Welt besucht, darunter die Insel Tristan da Cunha im Südatlantik.<BR /><BR />Das Hantavirus wird durch Nagetiere übertragen, etwa wenn Kot und Urin von Mäusen aufgewirbelt und eingeatmet werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist der WHO zufolge selten. Die Krankheit beginnt mit grippeähnlichen Symptomen und kann zu Herz- und Lungenversagen führen. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC enden etwa 40 Prozent der Fälle tödlich. Da es keine spezifischen Medikamente gibt, konzentriert sich die Behandlung auf die Linderung der Symptome.