In Südtirol sind lediglich 17,4 Prozent der Kinder übergewichtig, wie aus dem zehnten Bericht über Adipositas in Italien hervorgeht, der vom Institut Auxologico IRCCS erstellt wurde. An der Studie waren rund 30 nationale und internationale Fachärzte und Forschende beteiligt. Noch besser schneidet das benachbarte Trentino ab, wo nur 15,1 Prozent der Kinder übergewichtig sind.<BR /><BR />Das Problem des Übergewichts ist im Mezzogiorno besonders ausgeprägt. In sieben der zehn südlichen Regionen Italiens liegt der Anteil der übergewichtigen Minderjährigen bei mehr als einem Drittel. Spitzenreiter ist Kampanien mit 36,5 Prozent, gefolgt von Kalabrien (35,8 Prozent), der Basilikata (35 Prozent) und Sizilien (33,8 Prozent). Neben Trentino-Südtirol verzeichnen Friaul-Julisch Venetien (18,4 Prozent) und die Lombardei (19,5 Prozent) im Norden die niedrigsten Werte.<BR />„Adipositas ist eines der größten Probleme der öffentlichen Gesundheit - und sie betrifft auch Kinder. Deshalb ist Vorbeugung entscheidend, insbesondere durch einen gesunden Lebensstil“, sagte Gesundheitsminister Orazio Schillaci.<BR /><BR />Laut den jüngsten Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO waren 2022 weltweit 890 Millionen Erwachsene fettleibig (16 Prozent) und 2,5 Milliarden übergewichtig (43 Prozent). Die italienischen Statistikdaten von 2023 zählen fast 23 Millionen Erwachsene - nahezu die Hälfte der Bevölkerung über 18 Jahren (46,3 Prozent) - mit Übergewicht, das heißt einem Body-Mass-Index von mindestens 25. Rund 5,8 Millionen Menschen (11,8 Prozent) gelten als fettleibig, mit einem BMI von 30 oder mehr.<h3> Prävention und frühzeitige Diagnose wesentlich</h3>„In den vergangenen Jahrzehnten ist Adipositas weltweit kontinuierlich angestiegen, bis sie inzwischen als echte Epidemie gilt - mit allen Folgen für die öffentliche Gesundheit“, heißt es in dem Bericht. Dies führe zu erheblichen Belastungen für das Gesundheitssystem und die Staatsausgaben, denn eine unbehandelte metabolische Störung könne Komplikationen verursachen, die nahezu alle lebenswichtigen Organe betreffen.<BR /><BR />Wesentlich sei daher nicht nur die Behandlung der Betroffenen, sondern auch die Prävention und die frühzeitige Diagnose von Vorstufen schwerer Adipositas mit all ihren Folgeerkrankungen. Prävention sei zentral, betonte Schillaci. In diese Richtung gehe auch die neue italienische Gesetzgebung, die als erstes Land weltweit Adipositas offiziell als chronische Krankheit anerkennt und damit bedeutende Maßnahmen zur Prävention, Behandlung und Ausbildung des Gesundheitspersonals vorsieht.<BR /><BR />„Adipositas und Essstörungen gehören seit einem halben Jahrhundert zu den zentralen Forschungs- und Behandlungsschwerpunkten unseres Instituts“, erklärte Mario Colombo, Präsident des Auxologico IRCCS. Das Institut sei in Italien einzigartig in der Zahl der behandelten Fälle und plane, seine Tätigkeit in den Regionen Latium und Kalabrien weiter auszubauen.