Im Rahmen einer Studie der Freien Universität Bozen wurden die Eigenschaften der Opfer von Kreditkartenbetrügen beschrieben (wir haben berichtet). „Erstaunlich ist, dass hierbei das jüngste Quartil am meisten betroffen ist“, sagt Gunde Bauhofer, Direktorin der Südtiroler Verbraucherzentrale (VZS). „Die 18- bis 34-Jährigen machen 34 Prozent und somit den größten Teil aus.“ Bauhofer glaubt, dies habe damit zu tun, dass Personen im hohen Alter oft keine Online-Konten mehr haben und deshalb besser vor Angriffen geschützt sind.<BR /><BR />Dass Kreditkartenbetrüge in letzter Zeit in Südtirol wieder zugenommen haben, hat man auch bei der Verbraucherzentrale festgestellt. Die 3 Lokalbanken hatten sich diesbezüglich eigens bei ihr gemeldet, um auf diese Gefahr hinzuweisen, so Bauhofer. „Pro Woche wenden sich rund 3 Opfer von Kreditkartenbetrügen an uns“, berichtet sie. Die Dunkelziffer sei allerdings noch viel höher. <h3> Sicher vor Betrügern mit diesen Regeln</h3>Kreditkartenbetrüger erweisen sich häufig als sehr gerissen. Will man sich schützen, gilt es, einige Regeln zu beachten. „Via Telefonanruf, SMS oder E-Mail darf man auf keinen Fall die eigenen Bankdaten weitergeben“, warnt die VZS-Direktorin. „Die Bank selbst würde nie über einen dieser Wege nach derartigen Details fragen.“ Es gelte unbedingt, skeptisch zu bleiben. Sollte einen wirklich ein vermeintlicher Mitarbeiter der Bank anrufen und nach Bankdaten fragen, legt man am besten auf. „Dann kann man sich im Internet die Nummer seiner Bank suchen, dort anrufen und nachfragen, ob die Anfrage der Wahrheit entspricht“, rät Bauhofer.<BR /><BR />Sich eine Nachricht genau durchzulesen, hat oberste Priorität – oft enthalten diese nämlich Rechtschreibfehler, was auf Betrüger hinweisen könnte. Auf keinen Fall sollte man auf irgendwelche verdächtig wirkenden Links klicken. Es gilt, die Internetadresse stets selbst einzugeben.<h3> „Keine Frage des Bildungsgrades“</h3>Ist eine Betrugsmasche gewieft ausgetüftelt, ist es schwierig, sie zu entlarven. Betrüger spielen oft mit hohen Summen, die angeblich vom Bankkonto abgehoben worden sind. Im ersten Schock agieren die Opfer oft unüberlegt und lassen sich auf den Betrüger ein. „Das ist definitiv nicht eine Frage des Bildungsgrades“, betont VZS-Direktorin Bauhofer. Die angebliche Vertrauensperson der Bank übt dann enormen psychologischen Druck aus und bringt sein Gegenüber zum Einknicken.<BR /><BR />Aber gibt es noch eine Möglichkeit, sich zu retten, wenn man erst einmal auf die Betrüger hereingefallen ist? „Die Bankomat- oder Kreditkarte muss umgehend gesperrt werden“, sagt Bauhofer. Am besten reicht man auch direkt eine Beschwerde bei seinem Finanzdienstleister ein. <BR /><BR /><embed id="dtext86-65415376_quote" /><BR /><BR />Sollten diese Schritte noch nicht ausreichen, ist die Verbraucherzentrale der richtige Ansprechpartner. „Es ist möglich, das gestohlene Geld zurückzugewinnen, aber definitiv nicht einfach“, erklärt Bauhofer. In vielen Fällen sei die Verbraucherzentrale zwar erfolgreich, aber Garantie gebe es keine. Aber auch wenn das Geld gerettet wird, diese Art von Betrüger zu fassen, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit.