Sonntag, 04. Oktober 2015

"Immer mehr Menschen fühlen sich einsam"

Papst Franziskus hat am Sonntag mit einer Messe im Petersdom die dreiwöchige Ordentliche Bischofssynode zur „Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“ eröffnet. 314 Kardinäle, Patriarchen, Bischöfe und Priester zelebrierten den Gottesdienst mit.

Mit einem Gottesdienst hat Papst Franziskus am Sonntag die mit Spannung erwartete Bischofssynode eröffnet.
Mit einem Gottesdienst hat Papst Franziskus am Sonntag die mit Spannung erwartete Bischofssynode eröffnet. - Foto: © APA/EPA

270 Bischöfe beraten bis zum 25. Oktober im Vatikan über den kirchlichen Umgang mit Familie und gewandelten Familienbildern in der Welt von heute. Es ist dies die zweite Bischofssynode im Pontifikat von Papst Franziskus nach jener im Herbst 2014. 

In seiner Ansprache warnte Papst Franziskus vor der heutigen Konsum-Kultur. „Man erlebt das Paradoxon einer globalisierten Welt mit vielen Luxuswohnungen, aber immer weniger die Wärme im Haus und in der Familie. Es gibt viel Spaß, aber eine tiefe Leere im Herzen. Viel Freiheit, aber wenig Autonomie. Immer mehr Menschen fühlen sich einsam“, sagte der Heilige Vater.

In der heutigen Welt sei es immer schwieriger, eine stabile Beziehung aufzubauen. „Die dauerhaft treue und stabile, fruchtbare Liebe wird immer mehr verhöhnt und als Sache der Vergangenheit betrachtet“, sagte Franziskus weiter.

Arbeit zu zahlreichen Themen beginnt am Montag 

Die Arbeitssitzungen der Synode beginnen am Montag mit einer organisatorischen Ansprache von Synodengeneralsekretär Kardinal Lorenzo Baldisseri und einer thematischen Einführung vom Generalberichterstatter Kardinal Peter Erdö. 

Gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Patchworkfamilien, künstliche Empfängnisverhütung und die Frage der wiederverheirateten Geschiedenen stehen zur Diskussion. Weitere Themen sind etwa Abtreibung, die Unterstützung lediger Mütter, Gewalt und sexueller Missbrauch in Familien, Konsequenzen aus den großen Migrationsbewegungen sowie die Weitergabe des Glaubens an die junge Generation in einem religionsfernen Umfeld.

Für Aufsehen sorgte im Vorfeld der Synode das Outing des polnischen Priesters und Vatikan-Theologen Krysztof Charamsa, der sich zu seiner Homosexualität bekannt hat.

apa

stol