Weitaus am häufigsten sind Unfälle mit Rehwild: 2025 sind 863 Tiere dabei verendet – um 100 mehr als 2024. Ähnlich hohe Unfallzahlen beim Rehwild hatte es auch 2023 und 2018 gegeben, berichtet <b>Benedikt Terzer</b>. Solche Schwankungen seien nicht selten. Die Zahl der Unfälle mit Dachsen ist von 2024 auf 2025 von 47 auf 74 gestiegen, und die Zahl der Unfälle mit Füchsen von 50 auf 76. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1310364_image" /></div> <BR /><BR />Diese „Ausreißer“ können auch mit der Population zusammenhängen – vor allem beim Fuchs, sagt Terzer: Da könne es von einem Jahr auf das andere eine starke Zunahme geben und wenn mehr Tiere unterwegs sind, komme es auch zu mehr Zusammenstößen. Auch die Witterung könne eine Rolle spielen.<h3> Im Frühjahr werden die Wildtiere mobiler</h3>Die meisten Unfälle hat es 2025 im April gegeben – 133 – gefolgt von den Monaten Mai (123), Dezember (116) und Oktober (108). Die hohe Zahl an Unfällen im Frühjahr erklärt sich Terzer damit, dass im Frühjahr, wenn die Vegetation zulegt auch das Wild mobiler wird. „Das Wild legt dann längere Strecken zurück – im Winter leben die Wildtiere hingegen auf Sparflamme, sie sind nur kurze Strecken unterwegs und überqueren dann auch weniger Straßen“, meint der Direktor des Jagdverbandes.<BR /><BR /> <div class="embed-box"><div class="container-wrapper-genially" style="position: relative; min-height: 400px; max-width: 100%;"><img src="https://img.genial.ly/5fd380c29270490f70f47a03/f30fb79b-ab39-43a4-b16e-6acb3b0565c8.jpeg" class="loader-genially" style="position: absolute; top: 0; right: 0; bottom: 0; left: 0; margin-top: auto; margin-right: auto; margin-bottom: auto; margin-left: auto; z-index: 1;width: 80px; height: 80px;"/><div id="69fd94592c6b504d1c419d44" class="genially-embed" style="margin: 0px auto; position: relative; height: auto; width: 100%;"></div></div><script>(function (d) { var js, id = "genially-embed-js", ref = d.getElementsByTagName("script")[0]; if (d.getElementById(id)) { return; } js = d.createElement("script"); js.id = id; js.async = true; js.src = "https://view.genially.com/static/embed/embed.js"; ref.parentNode.insertBefore(js, ref); }(document));</script></div> <h3> Gefährlich ist es im Pustertal und in Ulten</h3>Auf manchen Straßen kracht es besonders häufig: Zu den Hotspots zählen die Pustertaler Straße zwischen Neunhäusern und Nasen und die Straße zwischen Oberrrasen und Antholz-Niedertal, berichtet Günther Pörnbacher, Leiter des Forstinspektorats Welsberg. Hauptproblem ist dort das Rotwild. Auch in Ulten kommt es immer wieder mal zu Unfällen – zwischen St. Pankraz und St. Gertraud, weiß Jagdaufseher Hermann Holzner. Die Zusammenstöße seien oft unvermeidlich, wenn das Wild plötzlich auftauche. „Da sind schon 50 km/h zuviel“, erzählt Holzner.<h3> Jährlich werden Wildwarnreflektoren angebracht</h3>Große Vorsicht sollten Autofahrer in den Dämmerungsstunden walten lassen – besonders beim Befahren von bewaldeten Wegstrecken. Zwar sind landesweit 30.000 bis 40.000 Wildwarnreflektoren installiert worden. Und jedes Jahr werden weitere 700 bis 800 Reflektoren angebracht, sagt Philipp Sicher, Leiter des Landesstraßendienstes. „Aber die besten Vorbeugemaßnahmen nützen nichts, wenn die Fahrzeuglenker zu schnell unterwegs sind“, meint Jagdverbands-Direktor Terzer. <h3> Wichtig: Sofort Landesnotrufzentrale 112 verständigen</h3> Nach einem Wildunfall sollte die Landesnotrufzentrale 112 verständigt werden. Seit 1. Mai werden diese Unfälle dann direkt an die Berufsfeuerwehr weitergeleitet, berichtet Terzer. „Diese wiederum kontaktiert den Jagdaufseher oder Revierleiter. Vorher hat die Landesnotrufzentrale die Wildunfälle dem Bereitschaftsdienst des Forstdienstes gemeldet. Dieser hat dann wiederum die Jagdaufseher bzw. Revierleiter verständigt.“ <h3> Terzer: Immer mehr Unfälle werden gemeldet</h3>Terzer ist überzeugt, dass die Zahl der Fahrer im Steigen begriffen ist, die einen Wildunfall gewissenhaft und wie vorgeschrieben bei der Landesnotrufzentrale melden und somit keine falsche Scheu an den Tag legen. „Denn eine Meldung ist auch wichtig im Sinne des Tierschutzes“, betont der Direktor des Jagdverbandes. Selbst bei einem vermeintlich leichten Aufprall mit einem Pkw könne ein Wildtier innere Verletzungen davontragen und danach qualvoll zugrundegehen. <BR />Nach wie vor gilt: Nach einem Wildunfall darf der Fahrer das verendete Wildtier behalten, wenn er will – unter der Voraussetzung, dass der Unfall der Landesnotrufzentrale gemeldet wird, erklärt Terzer. In der Praxis machen Autofahrer aber nur selten von diesem Recht Gebrauch, weiß Terzer.