Über 120.000 Fälle von Gewalt gegen Gesundheitspersonal werden laut der gesamtstaatlichen Krankenpflegegewerkschaft Fnopi jährlich in Italien zur Anzeige gebracht. Auch hierzulande kommt es immer wieder zu Übergriffen und Anfeindungen. <BR /><BR />40 Übergriffe hat es in den Jahren 2021 und 2022 allein am Krankenhaus Bozen gegeben. Über die Hälfte der teils gewaltsamen Zwischenfälle passierte allein in der Notaufnahme. In 3 Fällen wurden Krankenhausmitarbeiter belästigt, in 25 Fällen bedroht. In 12 Fällen wurden Patienten oder deren Angehörige gar handgreiflich: In 5 Fällen setzte es eine Anzeige wegen Schlägen, in 7 Fällen sogar wegen Körperverletzung. <BR /><BR />In den allermeisten Fällen bleibe es bei diesen Zwischenfällen in der Notaufnahme laut Primar Mario La Guardia glücklicherweise bei verbalen Attacken und Drohungen. Aber auch solch verbale Angriffe auf das Personal, das ohnehin schon teils unter enormem Druck arbeite, habe Auswirkungen – auch auf die anderen Patienten, so La Guardia. <h3> Überwachungskameras installiert</h3>Dank Einvernehmensprotokoll zwischen Sanitätsbetrieb, Regierungskommissariat und Ordnungskräften sei die Lage in der Bozner Notaufnahme allerdings besser als anderswo in Italien, so der Primar. Dank dieses Protokolls sei es möglich gewesen, innerhalb und außerhalb des Krankenhauses Überwachungskameras zu installieren. Zudem sei der Polizeiposten in der Notaufnahme verstärkt worden. Und nunmehr gibt es rund um die Uhr einen Wachdienst, der in der Bozner Notaufnahme seinen Dienst versieht. <BR /><BR />Aber auch das Personal selbst ist inzwischen für solch brenzlige Situationen geschult worden. Kommt es zu Zwischenfällen, werden diese umgehend der Staatsanwaltschaft gemeldet. Diese wird allerdings nur in Fällen von körperlicher Gewalt tätig. Nicht zuletzt gibt es in der Notaufnahme am Bozner Krankenhaus seit Jahren eine zusätzliche Hilfe: den „roten Knopf“. Ein Knopfdruck reicht und sofort schrillen bei den Ordnungshütern die Alarmglocken.<BR /><BR /><BR />