Etwa jeder dritte Skifahrer ergreift nach einem Zusammenstoß die Flucht, berichtet Feldwebel Armando Di Genova, der Kommandant der Carabinieri-Station von Corvara. Wer nach einem Unfall das Weite sucht, riskiert eine Anzeige oder gar die Festnahme. <BR /><BR />Und dies, obwohl eigentlich jeder Nutzer der Skigebiete eine Haftpflichtversicherung für Schäden gegenüber Dritten abgeschlossen haben müsste. Diese Versicherungsregelung gilt bereits seit 1. Jänner 2022. Doch nicht jeder Skifahrer auf der Piste ist inzwischen versichert, sagt Di Genova.<BR /><BR />Viele Wintersportler haben eine solche Haftpflichtversicherung bereits unabhängig vom Skisport. Wer hingegen nicht versichert ist, dem bieten die Skigebiete eine solche Versicherung an – gegen ein paar Euro pro Tag. Die Versicherung ist nicht im Skipass enthalten – kann aber online auch noch kurz vor dem Pistenspaß erworben werden. <h3> Versicherung wird kontrolliert</h3>Skifahrer, die bei einer Kontrolle ohne Versicherung erwischt werden, müssen eine Verwaltungsstrafe von 100 bis 150 Euro bezahlen und zudem wird der Skipass eingezogen. Sehr oft ist der Verlust des Skipasses aber teurer als die Verwaltungsstrafe.<BR /><BR />Bei einem Zusammenstoß zwischen 2 Skifahrern mit Verletzten kontrollieren die Ordnungskräfte, die den Pistendienst verrichten, auch immer die Versicherung. Bei Kontrollen könne man immer wieder feststellen, dass manche Skifahrer nicht versichert seien – beispielsweise manche Osteuropäer – auch noch in dieser Saison, berichtet Stationskommandant Di Genova. <BR /><BR />Die Ordnungskräfte können nicht alle Skifahrerüberprüfen – sporadisch werden solche Kontrollen aber sehr wohl durchgeführt – auch ohne vorherigen Zusammenstoß. Und kommt es dann zu einem Zusammenprall mit 2 Beteiligten, so stellt der Verletzte in der Regel immer die Forderung, über die Versicherung des anderen informiert zu werden, heißt es von den Ordnungskräften.<BR /><BR /><BR /><BR />Wer einen anderen Skifahrer oder Snowboarder niederfährt, damit verletzt und dann die Flucht ergreift, riskiert eine Anzeige und Festnahme wegen unterlassener Hilfeleistung. Sehr oft ist es allerdings schwierig, den Flüchtenden ausfindig zu machen – gerade in Skigebieten, wo sich täglich hunderte oder tausende Gäste tummeln. Sollte jemand von einem Skifahrer oder Snowboarder niedergefahren worden sein, so rät Di Genova dazu, Freunde, Familienangehörige oder andere Begleiter dazu aufzufordern, den Flüchtenden wenn möglich zu verfolgen – und sich Besonderheiten des Flüchtenden zu merken – wie etwa bei der Kleidung oder bei den Skiern.<BR /><BR />Auch der Präsident der Berufskammer der Skilehrer, Robert Demetz, weiß von Fahrerflucht auf der Piste zu berichten – „ab und zu sind es auch schwere Fälle“. <BR /><BR />Der ORF Tirol berichtete Ende Jänner, dass es in den Skigebieten des Bundeslandes Tirol regelmäßig nach Unfällen zu Fahrerflucht komme. Allein am 25. Jänner habe die Polizei 4 Fälle gemeldet, darunter einen besonders drastischen in Außerfern, bei dem ein Mann reanimiert werden musste und der „Unfallgegner“ sich aus dem Staub machte. Auch von anderen österreichischen Skigebieten werden solche Fälle gemeldet.<BR /><BR />Einen schweren Fall von Fahrerflucht gabe es am vergangenen Sonntagnachmittag in Abtei, wo die Pisten Gran Risa und La Fraina zusammenführen. Ein Skifahrer war gestürzt, ein nachkommender Skifahrer, leicht hätte ausweichen können, fuhr über den auf der Piste liegenden Skifahrer drüber, kam selbst zu Sturz und suchte dann angeblich das Weite. <BR /><BR />Der leicht verletzte, liegen gebliebene Urlauber wurde mit dem Notarzthubschrauber Pelikan 2 ins Krankenhaus Brixen geflogen. Die Carabinieri ermitteln. Vom Zusammenstoß gibt es ein Video.<BR />