Montag, 13. November 2017

Immer weniger Kindergärtnerinnen

In den nächsten 15 Jahren werden in den Kindergärten etwa 1000 bis 1500 Stellen frei, vor allem aufgrund von Pensionierungen.

Im Kindergarten könnte bald Personalmangel herrschen.
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Im Kindergarten könnte bald Personalmangel herrschen. - Foto: © shutterstock

Nachdem kürzlich die Entwicklung der Bevölkerung und der Erwerbspersonen und ganz allgemein die Situation des Landespersonals im Blickpunkt einer Untersuchung standen, hat die Beobachtungsstelle für den Arbeitsmarkt jetzt die Berufsgruppe der Kindergärntnerinnen genauer unter die Lupe genommen.

An ihrem Beispiel wird deutlich, welche Folgen der demografische Wandel in den nächsten Jahren haben wird. "Über-55-jährige Kindergärtnerinnen waren früher die Ausnahme, bald sind sie Normalität. Im Jahr 2006 waren es 50, heuer schon 350, und in weniger als zehn Jahren werden es 700 sein", zitiert Helmuth Sinn, Direktor der Abteilung Arbeit, aus der neuesten Ausgabe des Arbeitsmarkt News.

Insgesamt werden in den Kindergärten in den nächsten 15 Jahren etwa 1000 bis 1500 Stellen frei, vor allem aufgrund von Pensionierungen. Damit diese Stellen nachbesetzt werden können, müssten 2,5 bis 3,5 Prozent aller Südtirolerinnen, die in den nächsten 15 Jahren 25 Jahre alt werden, diesen Beruf ergreifen. Derzeit arbeiten aber gerade zwei Prozent aller Frauen zwischen 20 und 65 Jahren im Kindergarten.

In Konkurrenz mit Grundschule

Dazu kommt, dass es auch in anderen Wirtschaftssektoren und Berufen zunehmend schwierig wird, Personal zu finden und Kindergärten immer mehr mit anderen Sektoren um Arbeitskräfte konkurrieren. Der wichtigste konkurrierende Sektoren wird die Grundschule sein, die mit dem Kindergarten nicht nur den Schulkalendergemeinsam hat, sondern auch die universitäre Ausbildung als Voraussetzung für den Beruf.

Nicht zu vergessen ist schließlich, dass auch die Alterung der Bevölkerung mit der daraus folgende Pflegebedarfder eigenen Verwandten auch dazu führen wird, dass die Kindergärten wie jeder andere Wirtschaftssektor nicht nur mit anderen Arbeitgebern, sondern auch mit den Familien konkurrieren müssen.

lpa/stol

stol