Donnerstag, 14. Mai 2015

Immer weniger Paare mit Kindern

Ein klassisches Familienbild mit Kindern? Das gibt es in Südtirol immer seltener.

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Symbolfoto - Foto: © shutterstock

In den letzten Jahrzehnten hat die Struktur der Familie eine grundlegende Änderung erfahren: Die Zahl der kinderlosen Paare und der Alleinerziehenden steigt, jene der Paare mit Kindern nimmt ab.

Als Folge schrumpft die durchschnittliche Haushaltsgröße: von 3,6 Personen im Jahr 1971 auf 2,4 im Jahr 2011. Diese Daten gibt das Landesstatistikinstitut ASTAT anlässlich des Weltfamilientages am Donnerstag bekannt.

Demografischer Wandel

In den vergangenen Jahrzehnten hat ein grundlegender demografischer Wandel stattgefunden, der sich auch auf die Struktur der Haushalte niederschlägt.

"Die stagnierenden Fruchtbarkeitsziffern, die steigende Immigration seit den 1990er-Jahren, die zunehmende Alterung der Gesellschaft sowie die verminderte Tendenz zu Eheschließungen zusammen mit einer steigenden Anzahl von Trennungen haben wesentlich zur Reduzierung der Haushaltsgröße beigetragen", berichtet das Landesamt für Statistik. 

Immer weniger Paare verheiratet

Unter „Paaren“ versteht man hier sowohl Ehepaare als auch Lebensgemeinschaften. Die Bereitschaft, eine rechtlich abgesicherte Lebensgemeinschaft einzugehen, hat in den letzten Jahrzehnten abgenommen: 1991 waren 97,4 Prozent aller Paare verheiratet, 2011 noch 85,6 Prozent.

Zusammenlebende Paare haben immer häufiger keine Kinder: Bei der Volkszählung 1991 waren es 24,5 Prozent, 2001 schon 33,5 Prozent und im Jahr 2011 waren es 34,5 Prozent.

"Neu gegründete" Familien auf dem Vormarsch

Neu gegründete Familien wurden erstmals mit der Volkszählung 2001 erfasst. Darunter versteht man zusammenlebende Paare ohne oder mit Kindern, wobei mindestens einer der Partner vorher verheiratet war. 

2001 gab es 5472 Familien dieser Art, zehn Jahre später bereits 9652.

Bedingt durch die steigende Einwanderung seit den 1990er-Jahren hat die Zahl der Familien mit mindestens einem Mitglied mit ausländischer Staatsbürgerschaft zugenommen.

Bei der Volkszählung 2011 wurden 12.880 Familien gezählt, in denen mindestens ein Partner Ausländer ist, was einem Anteil von 9,6 Prozent an allen Familien entspricht. 2001 waren es noch lediglich 5556 gewesen, was einem Anteil von 4,5 Prozent entsprach.

Starke Zunahme an Einpersonenhaushalten 

Die starke Zunahme der Einpersonenhaushalte fällt besonders ins Auge. Im Jahr 1971 lebten 15131 Personen alleine, 2011 hat sich ihre Anzahl fast verfünffacht und ist auf 69.083 angestiegen.

Männer und Frauen leben in unterschiedlichen Lebensabschnitten alleine: Männer vorwiegend im jungen und mittleren Alter, Frauen meist als Witwen im hohen Alter. 

stol

stol