In der Nacht auf Dienstag war es wieder soweit: Zahlreiche Wehrmänner der Wipptaler Feuerwehren mussten in Richtung Brenner ausrücken. Gefahrgut-Alarm. Zum wiederholten Male.„Firmen arbeiten schlampig“Warum kommt es immer wieder zu den Einsätzen am Brenner? „Erstens, weil auf dem Brenner meistens die Loks gewechselt werden müssen. Danach wird eine Bremsprobe durchgeführt, im Zuge dessen der Lokführer die Waggons abgeht und die Bremsen kontrolliert. Wenn da was tropft, sieht er es", erklärte Walter Depaoli, Offizier der Bozner Berufsfeuerwehr, Mitte September Stol. Im Gegensatz zum Einsatz in der Nacht auf Dienstag – am Ende stellte sich heraus, dass nur Kondenswasser ausgetreten war – war damals ätzende Acrylsäure aus einem Kesselwaggon geflossen.Zweitens gebe es am Brenner den bekannten Druckunterschied.Und drittens: „Die Firmen arbeiten dermaßen schlampig“, schimpfte der Offizier. „Die Waggons werden nicht richtig gewartet.“ Die Freiwilligen Feuerwehren der Gegend hätten beispielsweise schon drei oder vier Mal ausrücken müssen – immer wegen desselben defekten Waggons.Lupi will Thema auf europäischer Ebene behandelnLandeshauptmann Arno Kompatscher weiß um die Problematik am Brenner. Auf der Staat-Regionenkonferenz habe man einen Tagesordnungspunkt angenommen, der die italienische Regierung auffordere, alles Mögliche zu tun, um den Gefahrguttransport sicherer zu machen, berichtete Kompatscher nach der Sitzung der Landesregierung am Dienstag.Infrastrukturminister Maurizio Lupi habe bereits beantragt, dass der Punkt auch in der Sitzung der EU-Infrastrukturminister – und somit auf europäischer Ebene – behandelt werde.Alarmplan umändern?Schnelle Besserung am Brenner erhofft sich der Landeshauptmann vor allem durch einen anderen Schritt: Man wolle prüfen, ob man den Alarmplan abändern könne, kündigte Kompatscher am Dienstag an.„Qualifiziertes Personal soll sofort, nach dem Hinweis des Bahnpersonals, die chemische Kontrolle der Flüssigkeit vornehmen. Erst dann soll der Gesamtalarm ausgelöst werden“, erklärte der Landeshauptmann.Denn: In neun von zehn Fällen seien die Flüssigkeiten, die am Brenner austreten, ungefährlich. Mit der schnellen Kontrolle der Stoffe durch Fachleute könne man das gesammelte Ausrücken Freiwilliger verhindern.stol