Der Sportpsychologe aus dem Wipptal, Martin Volgger, kennt die Hintergründe und nimmt die Wingsuit-Flieger in Schutz.<BR /><BR />„Sie wissen genau, was sie machen, sie bereiten sich akribisch auf den Sprung vor und versuchen, jeden Fehler zu vermeiden. Die kleinste Unachtsamkeit endet aber anders als bei anderen Sportarten tödlich. Die Sportler kennen die Gefahr“, sagt Volgger.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-61214141_quote" /><BR /><BR /><BR />Wingsuit-Fliegen ist wohl der gefährlichste Extremsport überhaupt. Es gibt zwar keine offiziellen Statistiken, weil die Sportart noch nicht so etabliert ist, aber Schätzungen gehen von 1 Toten auf 500 Sprüngen aus. Verletzte gibt es kaum, weil der kleinste Fehler tödlich ist. Wieso also das Risiko eingehen? <BR /><BR /><i>Am gestrigen Sonntag starb ein Wingsuit-Flieger unterhalb der Burg Greifenstein (Sauschloss). <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/jenesien-paragleiterunfall-fordert-todesopfer" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier lesen Sie mehr dazu. </a></i><h3> Sportler wollen Grenzen erweitern</h3> „Die Sportler wollen die Grenzen des Machbaren erreichen und sie erweitern. Genau wie bei anderen Sportarten auch. Das ist menschlich“, sagt der Sportpsychologe. „Dazu kommt, dass die Sportler beim Wingsuit-Fliegen einen starken Adrenalinschub bekommen. Um diesen Kick jedes Mal aufs Neue zu erfahren, müssen sie immer extremer fliegen, weil es sonst langweilig für sie wird.“<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-61214145_quote" /><BR /><BR /><BR />Anders als bei anderen Sportarten, wo es nicht unbedingt gefährlicher wird, wenn man seine Grenzen erweitert – man denke an das Radfahren – wird es beim Wingsuit-Fliegen immer riskanter. „Man versucht jedes Mal spektakulärere Routen zu fliegen und näher an die Felswände zu kommen“, erklärt Volgger. <BR /><BR />„Wenn man den Sport als Außenstehender betrachtet, kann man nur den Kopf schütteln. Für die Sportler schaut es aber ganz anders aus. Sie sind langsam in den Sport hineingewachsen, meistens haben sie mit Fallschirmspringen begonnen und sind dann allmählich zum Wingsuitfahren gekommen“, sagt der Sportpsychologe. „Sie haben eine ganz andere Wahrnehmung des Risikos, als wir. Und das soll auch so sein: Sonst könnten sie nachts nicht mehr ruhig schlafen.“