Freitag, 09. Juni 2017

Impfpflicht: 130 Familien wollen Asyl in Österreich

Über 130 Südtiroler Familien haben angekündigt, in Österreich um Asyl anzusuchen, um ihre Kinder vor der Impfpflicht zu „schützen“.

Verweigerer wollen ihre Kinder um jeden Preis vor der Impfpflicht „schützen“.
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Verweigerer wollen ihre Kinder um jeden Preis vor der Impfpflicht „schützen“. - Foto: © shutterstock

„Die Eltern haben schon an die Staatspräsidenten Sergio Mattarella und Alexander Van der Bellen geschrieben sowie an den UN-Menschenrechtsrat in Genf“, teilte Anti-Impf-Aktivist Reinhold Holzer der italienischen Nachrichtenagentur Ansa mit. „Sicherlich werden wir nicht unsere Kinder vergiften“, fügte er hinzu. „Asyl kann man nicht nur wegen eines Krieges, sondern auch bei Menschenrechtsfragen beantragen.“

„Chemisches Gemetzel“

„Impfungen sind ein chemisches Gemetzel an unseren Kindern“, erklärte der Aktivist Holzer seine Position. Besonders Südtiroler aus Gemeinden in Grenznähe wie etwa Sterzing, Brixen und im oberen Vinschgau hätten vor, nach Österreich zu ziehen, um der Impfpflicht und den - bei Verweigerung - damit einhergehenden Strafen zu entgehen.

Holzer wanderte bereits einmal aus

Holzer selbst, Fachmann für nachhaltiges Bauwesen, ist der Impfpflicht bereits in den 90er-Jahren in Richtung Österreich entflohen. Damals hatte ihm der Oberste Gerichtshof in Rom die elterliche Gewalt über seine Kinder entzogen, was einen Aufschrei der Medienwelt mit sich brachte.

Nach dem Einschreiten des damaligen Landeshauptmanns Luis Durnwalder kehrte die Familie bereits wenige Wochen später nach Südtirol zurück.

Reinhold Holzer selbst schätzt die derzeitige Situation so ein: „Die Anzahl der Impfverweigerer ist in Südtirol so hoch, weil Südtiroler Eltern bei Themen der Gesundheit und Umwelt besonders sensibel reagieren.“

stol/wh

stol