Samstag, 08. Januar 2022

Impfpflicht: Proteste in Trient, Turin und Mailand

Während in Italien am Samstag die Corona-Impfpflicht für Über-50-Jährige in Kraft getreten ist, ist es in einigen italienischen Städten zu Protesten gegen die Corona-Maßnahmen gekommen.

Zahlreiche Demonstranten versammelten sich in Turin.
Zahlreiche Demonstranten versammelten sich in Turin. - Foto: © ANSA / Alessandro Di Marco
Über tausend Personen beteiligten sich an einem Demonstrantenzug, der in Trient durch die Straßen im Stadtzentrum zog. Die Demonstranten skandierten Slogans und schwenkten Plakate gegen die „Gesundheitsdiktatur“.

In Turin kam es zu einer Ansammlung von Demonstranten, die einen Protestzug starten wollten. Er wurde von der Polizei gestoppt. Angeführt wurde der Protest vom Universitätsprofessor Ugo Mattei. Einige hunderte Demonstranten versammelten sich auch in Mailand.

Das erst am Mittwoch im Ministerrat in Rom beschlossene Dekret zur Einführung der Impfpflicht für Über-50-Jährige trat bereits am Samstag in Kraft, nachdem es am Freitag im Amtsblatt veröffentlicht worden war. Ungeimpfte haben jedoch noch Zeit, bis ihnen Konsequenzen drohen. Ab dem 1. Februar ist eine Strafe von 100 Euro für diejenigen vorgesehen, die bis dahin noch ungeimpft sind oder ihre zweite Dosis beziehungsweise den Booster nicht erhalten haben, obwohl sie es könnten.

Die Impfpflicht gilt vorerst bis zum 15. Juni und für alle Menschen über 50 Jahre mit Wohnsitz in Italien, also auch für ausländische Staatsbürger. Ab dem 15. Februar greift für die Über 50-Jährigen zudem die 2G-Regel am Arbeitsplatz. Wer ab dann nicht geimpft oder nachweislich genesen ist, kann zum Beispiel nicht mehr ins Büro kommen. Für jüngere Arbeitnehmer reicht wie bisher ein aktueller negativer Test. Wer ohne erscheint und erwischt wird, muss wie bisher mit einer Strafe zwischen 600 und 1500 Euro rechnen.

apa