Montag, 25. Januar 2021

Impfstoff wird knapp – Am Dienstag soll erlösende Lieferung in Südtirol eintreffen

23.264 Menschen sind laut offiziellen Daten des Gesundheitsministeriums bislang in Südtirol gegen Corona geimpft worden. Aber erst 900 bis 1000 von diesen haben auch bereits die zweite Dosis des Impfstoffes erhalten. Für Montag reichte der Impfstoff hierzulande noch aus. „Sollte die für den heutigen Dienstag erwartete Lieferung von 9360 Dosen geringer ausfallen oder gar nicht kommen, sind wir zu einem Impfstopp gezwungen“, sagt Sanitätsdirektor Dr. Pierpaolo Bertoli.

9360 Dosen des Impfstoffes BioNTech-Pfizer sollten am Dienstag in Bozen eintreffen.
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9360 Dosen des Impfstoffes BioNTech-Pfizer sollten am Dienstag in Bozen eintreffen. - Foto: © APA/afp / ANDY BUCHANAN
Oberstes Ziel ist derzeit, allen der bisher Geimpften die zweite Dosis zu verabreichen. Das könnte aber eng werden, zumal vergangene Woche nicht einmal die Hälfte des zugesagten Impfstoffes geliefert worden war. Demnach reichten die lagernden Dosen gerade noch, um die für Montag vorgemerkten Zweitimpfungen durchzuführen. Neue Impftermine werden ja bekanntlich bereits seit über einer Woche keine mehr angenommen.

Für den heutigen Dienstag wird die erlösende nächste Lieferung aus Rom erwartet. 9360 Dosen des Impfstoffes BioNTech-Pfizer sollten in Bozen eintreffen. Die würden dann eine Woche lang für die anstehenden Zweitimpfungen ausreichen. „Sollte aber weniger oder überhaupt nichts kommen, müssen wir bereits geplante Impfungen verschieben“, so Dr. Bertoli. Damit droht Südtirol bei den Impfungen ein Rückschlag, nachdem man sich – dank Abweichung vom staatlichen Impfprotokoll – vom Schlusslicht zum Klassenprimus vorgeimpft hatte.

Und nun fehlt es plötzlich am Impfstoff. Wurde zu viel verimpft? Immerhin muss 30 Prozent des angelieferten Impfstoffes für die Zweitimpfung zurückgehalten werden. „Nein“, sagt Dr. Bertoli. „Aber wenn man einen klaren Impfkalender hat und zu wenig Impfstoff geliefert wird, hilft es auch nicht, wenn man jedes Mal 30 Prozent als Reserve zurückhält.“

Eines ist aber gewiss: Sollte die Lieferung aus Rom erneut geringer ausfallen als zugesagt, wird es wohl oder übel zu Verzögerungen kommen. Dann wird man die für viele anstehende Zweitimpfung aufschieben müssen. „So kurz als nur irgendwie möglich“, so Dr. Bertoli.

Südtirol wartet aber nicht nur auf den Impfstoff von BioNTech-Pfizer. Auch die ersten 600 Dosen von Moderna sollen allerspätestens am Mittwoch angeliefert werden. Dieser Impfstoff muss nur bei minus 15 bis minus 25 Grad Celsius gelagert werden und ist, einmal aufgetaut, bei 2 bis 8 Grad Celsius bis zu 30 Tage haltbar. Die ersten 300 Dosen werden als Pilotprojekt in den Gemeinden Terlan, Andrian, Nals und Mölten auch von den Hausärzten an über 80-Jährige verimpft.

„300 werden für die zweite Impfung zurückgehalten“, so Dr. Bertoli. Und wie für jenen von BioNTech-Pfizer hofft man natürlich auch für den Moderna-Impfstoff auf künftig regelmäßige Lieferungen und vor allem auch größere Liefermengen, um die geplanten Impfungen dann auch durchführen zu können.

em