Dienstag, 16. März 2021

Impfung: Italien dehnt Ermittlungen nach Todesfällen aus

In Italien laufen die Ermittlungen um Todesfälle in zeitlicher Nähe zu Corona-Impfungen auf Hochtouren.

Der Impfstopp für das AstraZeneca-Vakzin verlangsamt Italiens Impfplan.
Der Impfstopp für das AstraZeneca-Vakzin verlangsamt Italiens Impfplan. - Foto: © APA/dpa / Nicolas Armer
Die Staatsanwaltschaft der süditalienischen Stadt Lagonegro beschloss die Sicherstellung der Leiche eines 62-jährigen Polizisten, der wenige Stunden nach einer Impfung mit dem Biontech/Pfizer-Vakzin starb. Die Ermittler wollen feststellen, ob ein Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Todesfall besteht, berichteten italienische Medien am Dienstag.

Die italienische Justiz ermittelt zudem nach mindestens 6 Todesfällen, die mit einer AstraZeneca-Impfung zusammenhängen könnten. Am Montag wurde eine 54-Jährige auf die Intensivstation eines Krankenhauses in Neapel eingeliefert, nachdem sie vergangene Woche mit einer Dosis aus der AstraZeneca-Charge ABV5811 geimpft worden war, die in Italien am Sonntag eingezogen wurde.

Die Frau, die vor der Impfung gesund war, schwebt in Lebensgefahr, berichteten italienische Medien. Italien hat wie mehrere andere EU-Länder vorübergehend die Impfungen mit dem AstraZeneca-Vakzin ausgesetzt. Ebenso in Südtirol wurde, wie berichtet, die Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff präventiv gestoppt.

AstraZeneca: Schwere Reaktionen bei Carabinieri werden untersucht


Die Gewerkschaftsverbände der Carabinieri meldeten eine beträchtliche Zahl von Berichten über schwere Reaktionen nach Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff unter den Sicherheitskräften. Die Gewerkschaften forderten genaue Kontrollen bei der Fortsetzung der Impfkampagne mit dem Vakzin.

Bereits geimpfte Militärangehörige sollten gründlichen medizinischen Kontrollen unterzogen werden, um eventuellen Komplikationen entgegenzuwirken, die auch Tage nach der Immunisierung auftreten könnten, hieß es in einem Schreiben der Carabinieri-Gewerkschaft SIM. Ermittelt wird zum den Tod von mindestens 4 Sicherheitskräften nach der Impfung.

„Drive Through“-Impfungen in Mailand

Die italienische Regierung befürchtet, dass die Impfkampagne wegen des Stopps der Immunisierung mit AstraZeneca-Vakzinen stark verlangsamt werden könnte. Dabei hatte die Regierung erst am Samstag ihren neuen Impfplan vorgestellt, der die Verdreifachung der Impfungen von täglich 170.000 auf 500.000 vorsieht.

Zur Beschleunigung der Impfkampagne wurde am Montag in Mailand das erste „Drive Through“ des Verteidigungsministeriums eingeweiht. Es handelt sich um Italiens größtes Impfzentrum, das vom Heer betrieben wird.

Im 5-Minuten-Takt werden die Personen immunisiert, die im Auto sitzen bleiben können. In neun Stunden wurden so am Montag 2000 Menschen geimpft. Am Montag wurde landesweit die Schwelle von 2 Millionen Italienern überschritten, die die zweite Impfdosis erhalten haben.

apa/stol